Zwei Musik-Tipps für den Sommer in Wien: Das Popmuseum im Wien Museum und Klassikkonzerte im MuseumsQuartier

Popmuseum mit Wolfgang Kos

Das Popmuseum kehrt zurück! Es ist ein legendäres Museum, das nie ein festes Gebäude hatte, sondern seine Schätze stets „on air“ ausstellte. Die Linie war für den ehemaligen Wien Museum-Direktor Wolfgang Kos immer klar: keine Oldies Revue, sondern Klassiker und Raritäten im kulturgeschichtlichen Kontext, Pop, Rock, Folk, Blues etc. als Radiofeuilleton.

© Sabine Hauswirth

© Sabine Hauswirth

Nach längerer Pause ist die 1974 gestartete Ö3-Sendung zurück im Radio – diesmal als Sommerserie auf Ö1, ab 3. Juli jeweils sonntags von 13:10 bis 14 Uhr. Die erste der insgesamt zehn „Musikausstellungen“ wird live aus dem Wien Museum gesendet.

Sonntag, 3. Juli 2016, 12:45 Uhr
Wien Museum Karlsplatz

Eintritt frei!
Um Anmeldung wird gebeten
Aufgrund der Liveübertragung bitte pünktlich erscheinen!

(Text Wien Museum)

 

Klassikkonzerte im MuseumsQuartier Wien

In Zusammenarbeit mit der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Orpheus sowie Grafenegg erweitert das MuseumsQuartier sein Musikprogramm um eine klassische Komponente und bietet im Juli und August Klassikkonzerte im MQ Haupthof. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.

© Hertha Hurnaus

© Hertha Hurnaus

Zum Auftakt präsentieren sich am 13. Juli, 20h beim „Chamber Open Air“ Studierende der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit einer bunten musikalischen Auswahl. Das „Sonus – Saxophonquartett“, eines der zur Zeit aufregendsten Kammermusikensembles Österreichs, lässt Werke der Klassik in neuem, unerwarteten Glanz erstrahlen. Zu hören sein werden Werke von Edvard Grieg und George Gershwin.

Mozart, Respighi und Tschaikowsky stehen am 05. August, 20.30h beim Open-Air Konzert von „Camerata Orphica“ und Mario Hossen im Rahmen des Festivals „Orpheus in Wien“ auf dem Programm. Dieses internationale Kammer- und Symphonieorchester wurde 2007 vom österreichisch-bulgarischen Violin-Virtuosen Mario Hossen gegründet. Es besteht aus jungen MusikerInnen aus Österreich, Bulgarien sowie der Donauregion, die vielfach bereits bei nationalen und internationalen Musikwettbewerben ausgezeichnet wurden. Die „Camerata Orphica“ reist ganzjährig um den Globus und begeistert ihr Publikum mit virtuosen Klängen.

Musiktalente aus ganz Europa hautnah erleben kann man auch am 08. August, 19h beim „KLASSIK-CLOSE UP@MUSEUMSQUARTIER“, im Rahmen dessen Grafenegg das „European Union Youth Orchestra“ präsentiert. Das „KLASSIK-CLOSE UP@MUSEUMSQUARTIER“ ist Teil des „European Music Campus“, der als Ergebnis der kontinuierlichen Zusammenarbeit von Grafenegg und dem „European Union Youth Orchestra“ (EUYO) von 22. Juli bis 08. August mit zahlreichen musikalischen Aktivitäten in und um Grafenegg stattfindet. Der „European Music Campus“ hat das Ziel, die Entwicklung von jungen MusikerInnen und die aktive Teilhabe des Publikums zu fördern.

Den Abschluss macht am Sonntag 28. August, 16h der Ausklang der „isa16“, der internationalen Sommerakademie der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Jungstars der isa aus aller Welt verwandeln das MQ in einen Konzertsaal unter freiem Himmel. Mit Werken von Bach bis zur Gegenwart ziehen die jungen professionellen SolistInnen und Ensembles unter dem Motto „Summer, Sounds und Studierende“ alle Register!

(APA)

Sommerauftakt im Wolkenturm: Ein einmaliger Liederabend in Grafenegg

Minnelieder, mittelalterliche Gesänge, Mönche als Komponisten – kann das ein lustiger Abend werden? Das wollten offensichtlich viele herausfinden, denn das Konzert am letzten Juni-Samstag im Schlosspark von Grafenegg war gesteckt voll. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Grafenegg

Zum Auftakt der Sommerkonzerte im Jubiläumsjahr fand die Uraufführung von „Carmina Austriaca“ statt, einer Kantate, zusammengestellt aus der ältesten Musik Österreichs. Dabei handelt es sich um Lieder des 12. bis 15. Jahrhunderts, übertragen in unsere Zeit und für unsere Ohren von Michael Korth (Texte) und Gerald Wirth (Musik). Die Werke stammen aus dem Nibelungenlied und der Carmina Burana, von Walther von der Vogelweide, Oswald von Wolkenstein, Neidhart von Reuenthal und dem „Mönch von Salzburg“: Zum Teil sehr lustige, derbe Texte, zum Teil zarte Liebeslieder, dann wieder Lobpreisungen – eine sehr schöne Mischung.

Grafenegg

Die Sängerknaben im Gänsemarsch

Die Sängerknaben im Gänsemarsch

Ein großes Orchester (Niederösterreichische Tonkünstler, mit Spezialinstrumenten wie Dudelsack und Hackbrett), ein großer gemischter Chor (Slowakischer Philharmonischer Chor), die Wiener Sängerknaben, 4 Solisten (Regine Hangler, Katrin Wundsam, Kurt Streit, Peter Rose) und der dänische Dirigent Michael Schønwandt sorgten für die richtige Stimmung.

Grafenegg

„Klang trifft Kulisse“, der Werbespruch von Grafenegg traf an diesem Abend perfekt zu: Der Wolkenturm, die Open-Air Bühne im Schlosspark, ist sowohl für Musik- als auch für Architekturinteressierte einen Besuch wert (Entwurf: the next ENTERprise). „Durch sein Spiel mit Perspektive, Blickbeziehungen, Enge und Weite, mit Raumabschluss und Raumöffnung tritt er aktiv in einen Dialog mit der Gartenlandschaft.“ (Homepage Grafenegg).

Die Architektur des Wolkenturms von the next ENTERprise

Die Architektur des Wolkenturms von the next ENTERprise

Tipps:

  • In Grafenegg lässt sich ein wunderschöner Sommertag verbringen, mit Picknick im weitläufigen Schlosspark und abschließendem Konzert im Wolkenturm.
  • Rasenplätze rund um den Wolkenturm mit guter Sicht und Akustik kosten nur 10 Euro.
  • Das Programm kann sich sehen lassen: Von Franz Welser-Möst mit dem Cleveland Orchestra bis zu Christian Thielemann mit der Sächsischen Staatskapelle, von Swinging Hollywood bis zu Operette.
  • Bustransfer von Wien nach Grafenegg und retour.

Grafenegg

Grafenegg

https://www.grafenegg.com/de/programm-tickets/348-carmina-austriaca

https://www.grafenegg.com/de

https://www.grafenegg.com/de/grafenegg-entdecken

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Grafenegg

Noch schnell ein paar Festwochen-Tipps

Lange dauern sie ja nicht mehr, die Wiener Festwochen 2016. Deshalb hier noch zwei Vorschläge für den Besuch von Kunstprojekten,die ohne viel Aufwand umgesetzt werden können: Sie kosten nichts und man kann ohne Ticket vorbeischauen.

Zunächst die wirklich unterhaltsame Ausstellung im Künstlerhaus „Les thermes / Die Thermen“, eine interkative Installation der französischen Künstlergruppe France Distraction. Die Ausgangslage: Der imaginäre Auftrag einer Firma, einen Erholungsraum für die Angestellten zu entwerfen. Man kommt also in einen großen Raum, legt alles ab, was verloren gehen könnte, und steigt in ein Becken mit ca. 25.000 schwarzen Plastikbällen. Eintauchen in den Ballpool, drinnen verweilen und die 76 verschiedenen Sprüche, Zitate und Weisheiten, die auf die Bälle geprägt sind, lesen. Lustig, nicht nur für Kinder.

Künstelrhaus

Künstlerhaus

Künstlerhaus

Wann / Wo:    Im Künstlerhaus, Akademiestraße 13, 1010 Wien. Täglich von 10 – 21 Uhr, noch bis 19. Juni.

Die zweite Empfehlung: Ruggero Leoncavallos „Der Bajazzo“ als Pop-Up-Oper, an 8 Terminen mit jeweils einem anderen Ende (happy oder unhappy).

© Manfred Rainer

© Manfred Rainer

An 8 verschiedenen Schauplätzen in Wien wird die Oper unkonventionell gespielt, die Bühne verschmilzt mit dem wahren Leben. Vier Straßenkünstler kommen in einem LKW und spielen vor ihrem Publikum. Doch die Leidenschaften und die Eifersucht zwischen den Schauspielern brechen durch und aus der Kunst wird plötzlich (blutiger) Ernst.

Folgende Termine stehen noch auf dem Programm:

  1. Juni 2016, Yppenplatz, 19:00 Uhr
  2. Juni 2016, Wallensteinplatz, 19:00 Uhr
  3. Juni 2016, Hannah-Arend-Platz, 19:00 Uhr

Der Eintritt ist auch hier frei, die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde und findet bei fast jedem Wetter statt (Sitzgelegenheit mitbringen!).

http://www.festwochen.at/

http://www.k-haus.at/de/kuenstlerhaus/aktuell/ausstellung/312/wiener-festwochen.html

http://www.oper-rund-um.at/bajazzo.html

„Fremde Welten“ im Wiener Konzerthaus – jetzt für die nächste Saison bestellen! Und: Auf der Suche nach einem jungen Konzertpublikum!!!

Seit Herbst habe ich das erste Mal das Abonnement „Fremde Welten“ – und kann es auf jeden Fall empfehlen! So unterschiedliche Musik aus allen Teilen der Welt, das macht wirkliche Freude.

Auf der anderen Seite macht es nachdenklich, dass diese Konzerte

  1. als Jeunesse-Abo organisiert sind, von Jugend aber nicht viel im Publikum zu sehen ist
  2. wirklich lässige junge, höchst professionelle Musiker auf die Bühne bringen, die einem jüngeren Publikum sicher gefallen würden
  3. mit den Abo-Preisen wirklich moderat sind, also auch für ein jüngeres Publikum erschwinglich sein müssten
  4. keine Klassikkonzerte sind – aber schreckt das Konzerthaus ab? Würde das Programm in einem anderen Rahmen auch Jüngere ansprechen?

BITTE, WO IST DAS JÜNGERE KONZERTPUBLIKUM IN WIEN????????????

Bis jetzt standen auf dem Programm:

Trio Mediaeval: 3 A-cappella-Sängerinnen aus Norwegen, sowohl mit alter als auch mit zeitgenössischer Musik aus dem hohen Norden, norwegischen Balladen und Volksliedern

http://www.triomediaeval.no/

https://www.youtube.com/watch?v=414mrPgK5Yk&list=PLtJwcntyHWitWO_M2-3mGWWWlMRtbySaf&index=8&nohtml5=False

António Zambujo: Ein 6-köpfiges Ensemble aus Portugal mit António Zambujo als Sänger

http://www.antoniozambujo.com/

https://www.youtube.com/watch?v=8uNFvtl1hxY&list=PLi3WXNM1fMdf9hHzBT1itoRIZ6jtP44RF&nohtml5=False

Du Bartàs: Tolle Stimmung mit den 4 Musikern aus Südfrankreich (der 5. war leider verhindert), die als Besonderheit auf Okzitanisch singen –  eine seltene Gelegenheit, bei uns eine Aufführung in dieser aussterbenden Sprache zu hören.

Du Bartàs aus Frankreich

Du Bartàs aus Frankreich

https://www.globalsounds.info/du-bartas-tant-que-vira/

https://www.youtube.com/watch?v=BvWyfkBjJI8&nohtml5=False

Breabach: „Schottlands groovende Dudelsäcke“, eine 5-köpfige Band mit 2 Dudelsäcken, irischer Bouzuki, Flöte, Fiddle, Kontrabass, Gesang und Stepptanz – weit weg vom nervigen Dudelsackgequäke.

Breabach aus Schottland

Breabach aus Schottland

Fremde Welten

http://breabach.com/

https://www.youtube.com/watch?v=i0ESIcpswDI&nohtml5=False

Monsieur Doumani: 3 Männer aus Zypern, die traditionellen Folk und neuen Sound verbinden, mit Gitarre, Posaune und der griechischen Laute Tzouras.

Monsieur Doumani aus Zypern

Monsieur Doumani aus Zypern

http://www.monsieurdoumani.com/

https://www.youtube.com/watch?v=R50LMfmVXwI&nohtml5=False

Und ein Konzert steht noch bevor, nämlich Gasandji aus dem Kongo (mit Gesang, Gitarre, Perkussion und Flöte).

Und jetzt ist Zeit, das Abo für die nächste Saison zu buchen:

  • Aziza Brahim / Westsahara
  • Kalàscima / Italien
  • Salah Ammo Quartett / Syrien
  • Maarja Nuut / EstlandMoh! Kouyate / Guinea
  • Helene Blum & Harald Haugaard / Dänemark

Details zum neuen Programm hier:

https://www.jeunesse.at/abos/abos-wien-201617-als-flipbook-und-pdf.html

 

 

 

 

Großes Theater: „Spettacolo barocco!“ im Theatermuseum

Es ist DIE Ausstellung im Theatermuseum in Wien. „Spettacolo barocco! Triumph des Theaters“ hätte keinen besseren Rahmen finden können als das barocke Stadtpalais des Fürsten Lobkowitz (ursprünglich Palais Dietrichstein, erbaut 1685-1687), in dem sich seit 1991 das Theatermuseum befindet. Ein Grund, zu feiern und eine der wichtigsten Ausstellungen zur Theatergeschichte endlich zu realisieren!

Kuratiert wurde die Ausstellung von Andrea Sommer-Mathsi (gemeinsam mit Daniela Franke, Rudi Risatti und Alexandra Steiner-Strauss)

Kuratiert wurde die Ausstellung von Andrea Sommer-Mathis (gemeinsam mit Daniela Franke, Rudi Risatti und Alexandra Steiner-Strauss)

Das Theatermuseum verfügt über eine Fülle an Objekten zu diesem Thema und konnte aus dem Vollen schöpfen, ergänzt durch spektakuläre Leihgaben z.B. aus Český Krumlov.

Kaiser Leopold I. mit seiner Frau Margarita Teresa in Kostümen für "La Galatea" 1667

Kaiser Leopold I. mit seiner Frau Margarita Teresa in Kostümen für „La Galatea“ 1667

Bei cder Eröffnung gab sich Leopold I. dei Ehre :)

Bei der Eröffnung gab sich Leopold I. die Ehre 🙂

Gerade im Theater wurde die barocke Üppigkeit besonders gut um- und eingesetzt, wobei hier nicht nur Theateraufführungen im heutigen Sinn zu verstehen sind, sondern auch pompöse Opernaufführungen, Rossballette, inszenierte Schlittenfahrten, Festzüge, höfische Feste und kirchliche Inszenierungen.

Ein Film zeigt das Heilige Grab im Stift Zwettl, das wie eine Theaterbühne aufgebaut ist.

Ein Film über das Heilige Grab im Stift Zwettl, das wie eine Theaterbühne aufgebaut ist.

Originalkostüme aus Český Krumlov

Originalkostüme aus Český Krumlov

Theaterhut aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Theaterhut aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Schuhe mit stilisierten Krallen, 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts

Schuhe mit stilisierten Krallen, 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts

All diese Facetten werden in der umfangreichen Schau gezeigt – es ist auch ein Fest fürs Auge: bunte Originalkostüme und Masken, Kulissen, Regenmaschinen, Bilder des Kaisers im Opernkostüm und vieles mehr entführen in die Welt des Barock.

Kostümdetail

Kostümdetail

„Spectacle müssen seyn“ (Zitat Maria Theresia?) – auch heute noch. Und dafür lohnt sich der Besuch im Theatermuseum!

Pantalone, Arlecchino, CapitanoLodovico ( Ottavio Burnacini, Wien um 1680) © Theatermuseum, Wien

Pantalone, Arlecchino, CapitanoLodovico ( Ottavio Burnacini, Wien um 1680) © Theatermuseum, Wien

Der Wettstreit von Luft und Wasser. Die Luft, Festwagen, Wiener Rossballett, 1667 (Kupferstich von Gerard Bouttats nach Nikolaus van Hoy) © Theatermuseum, Wien

Der Wettstreit von Luft und Wasser. Die Luft, Festwagen,
Wiener Rossballett, 1667
(Kupferstich von Gerard Bouttats nach
Nikolaus van Hoy)
© Theatermuseum, Wien

Fortsetzung folgt mit „Feste feiern“ im Kunsthistorischen Museum …

Tipps:
• Kuratorenführungen
• Theater- und Musikaufführungen
• Commedia dell’arte-Workshop

Empfehlung: 4*

http://www.theatermuseum.at/

http://www.theatermuseum.at/vor-dem-vorhang/ausstellungen/spettacolo-barocco/

Wiener Staatsoper live at home

Das ist jetzt keine Werbung für A1, aber die Info gebe ich gerne weiter (Pressetext A1):

„Seit Oktober 2013 können Opernfreunde weltweit eine Auswahl von Opern- und Ballettvorstellungen der Wiener Staatsoper über das Internet zu Hause live verfolgen. Nun ist dieser Kulturgenuss noch einfacher und komfortabler möglich: Ab sofort haben auch alle A1 TV Plus-Kunden die Möglichkeit, Aufführungen aus dem Haus am Ring live und in bester Qualität im Wohnzimmer direkt in einer eigenen App auf ihrer A1 TV Mediabox zu genießen. Zeitgleich mit dieser neuen Kooperation wird ab sofort auch ein neues, kundenfreundliches WIENER STAATSOPER live at home-Preissystem eingeführt.

Tosca in der Wiener Staatsoper

Tosca in der Wiener Staatsoper

Neben dem Empfang von Live-Übertragungen aus der Wiener Staatsoper über einen internetfähigen Fernseher, am Computer, am Tablet oder am Smartphone ermöglicht eine neue Kooperation zwischen der Wiener Staatsoper und A1 einen noch bequemeren Empfang für A1-Kunden. Die Anmeldung erfolgt über www.staatsoperlive.com. Nach der Zahlung ruft man mit der Fernbedienung der A1 TV Mediabox in „Menü“ die „Internet-Apps“ auf, startet „Wiener Staatsoper Live“ und verbindet die Box mit seinem Konto. Jede Übertragung steht einmal live oder innerhalb von drei Tagen als Matinée um 11 oder abends um 19 Uhr (bei überlangen Opern um 18 Uhr) zur Verfügung.

Tosca in der Wiener Staatsoper

Tosca in der Wiener Staatsoper

Die erste über A1 abrufbare Übertragung ist am 5. Dezember 2015 ein starbesetzter Klassiker der Opernliteratur: Giacomo Puccinis Tosca in der legendären Inszenierung von Margarethe Wallmann mit der österreichischen Sopranistin Martina Serafin, dem italo-französischen Tenor Roberto Alagna und dem deutschen Bariton Michael Volle. Die musikalische Leitung hat der gefragte junge israelische Dirigent Dan Ettinger inne.“

www.staatsoperlive.com

Teatro Barocco – ein barockes Gesamtkunstwerk im Stift Altenburg

Das Benediktinerkloster Altenburg im niederösterreichischen Waldviertel hat sich in den letzten Jahren einiges einfallen lassen, um Besucher anzulocken: von den vielfältigen, gerade jetzt wunderschön blühenden Gärten bis zu den zeitgemäßen Architekturinterventionen (Jabornegg & Pálffy), von spannenden Ausstellungen bis zum musikalischen Programm.

Teatro Barocco    Teatro Barocco

Heuer bereits in der vierten Saison zeigt „Teatro Barocco“, dass es die perfekte Ergänzung für diesen Ort ist. Intendant Bernd Bienert gräbt jedes Jahr vergessene Stücke aus dem 18. Jahrhundert aus, die in barocker Aufführungstradition in der Bibliothek in Szene gesetzt werden. Und hier stimmt dann wirklich alles, denn Bienert ist ein Visionär und Perfektionist, der besonderen Wert auf die Kostüme, die Gestik, die alten Instrumente legt. Die Stiftsbibliothek ist für sich ein einmaliges Ganzes mit den Fresken von Paul Troger und bildet den idealen Rahmen für die (original nachgebaute) Barockbühne.

Teatro Barocco

Zwei Stücke stehen auf dem Programm, das Melodram „Medea“ von Georg Anton Benda und die lustige Verwechslungsoper „Lo Speziale“ („Der Apotheker“) von Joseph Haydn nach einem Libretto von Carlo Goldoni. Beide sehr unterschiedlich und auf ihre eigene Art reizvoll: „Medea“, das Rachestück, das der Hauptdarstellerin Kira von Zierotin einiges abverlangt, und „Lo Speziale“, ein Verwirrspiel in bester Opera buffa-Manier. Großer Applaus für alle Beteiligten und den Regisseur und Intendanten Bienert!

Medea (Kira von Zierotin) © Barbara Pálffy

Medea (Kira von Zierotin) © Barbara Pálffy

Lo Speziale (Peter Widholz, Barbara Angermaier) © Barbara Pálffy

Lo Speziale (Peter Widholz, Barbara Angermaier) © Barbara Pálffy

Einige Tipps:
• Ein Bus führt die Besucher bequem von der Staatsoper nach Altenburg und nach der Vorstellung wieder zurück. Der Fahrplan ist auf die ug. Aktivitäten abgestimmt.
• Mit dem Opernticket kann auch das Stift im Rahmen einer Führung besichtigt werden, ebenso die Gärten.
• Unbedingt den Einführungsvortrag besuchen (ist im Preis in begriffen) – so versteht man die barocke Aufführungstradition viel besser!
• In der Bibliothek kann es kühl werden, also auch bei sommerlicher Hitze eine Jacke mitnehmen.

Weitere Vorstellungen: 03., 04., 11., 12., 17., 18., 24., 25. und 26.07.2015, jeweils um 19:30.

Empfehlung: 4*

http://www.stift-altenburg.at/

https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Altenburg

http://www.teatrobarocco.com/

2 Mal „Rigoletto“!

Rigoletto  Rigoletto

Ich kann hier von zwei völlig unterschiedlichen „Rigoletto“-Aufführungen berichten, die auch gar nicht vergleichbar sind.

Gilda (Ekaterina Siurina) in ihrer "Gefängnis-Box"

Gilda (Ekaterina Siurina) in ihrer „Gefängnis-Box“

Zunächst in der Wiener Staatsoper, wo nach der etwas unglücklichen Premiere im Dezember nun andere Sänger und ein anderer Dirigent agieren. Giovanni Meoni als buckliger Hofnarr Rigoletto ist Einspringer, gefällt mir aber stimmlich sehr gut, ebenso Ekaterina Siurina als Gilda. Erschrocken war ich jedoch, als Saimir Pirgu als Herzog von Mantua zu singen begann. Oft konnte man ihn neben dem sehr schön und gar nicht laut spielendem Orchester (unter Evelino Pidò) kaum hören, die zeitweise gepresste Stimme erinnerte mich an Karel Gott. Nach der ersten Pause wurde es merkbar besser und blieb dann auch so, aber im ersten Akt war er zum Vergessen.

Gilda (Ekaterina Siurina ) und Rigoletto (Giovanni Meoni ) in der Schluss-Szene

Gilda (Ekaterina Siurina ) und Rigoletto (Giovanni Meoni ) in der Schluss-Szene

Dürre, blattlose Bäume auf der Bühne verheißen nichts Gutes, die Lichtregie ist auf jeden Fall wieder hervorzuheben; dazu nette, aber recht konventionelle Kostüme. Alles in allem eine ordentliche Aufführung, ohne jedoch ganz große Höhepunkte.

Tolle Lichteffekte

Tolle Lichteffekte

Die nächsten Aufführungen vor dem Sommer:
26. und 30.06.2015 und im Herbst:
04., 07., 10., 13.09.2015, danach erst wieder im Jänner 2016.

20150623_214640  Rigoletto

 

Wer hingegen einen ziemlich schrägen Abend erleben möchte, dem sei ein Besuch im L.E.O. (Letztes erfreuliches Operntheater) empfohlen. In einer ehemaligen Dampfbäckerei im 3. Wiener Bezirk ist das Theater von Prinzipal Stefan Fleischhacker untergebracht.

Rigoletto Rigoletto

Das relativ kleine Ensemble ist mit viel Enthusiasmus und Spaß bei der Sache. Die Aufführungen kommen ohne großes Orchester aus (eine Klavierspielerin reicht völlig) und die Zuschauer müssen manchmal als Chor einspringen. Eigentlich werden nur die Arien gesungen, die Handlung dazwischen wird erzählt. Eine Oper wie „Rigoletto“, wo ein Gassenhauer nach dem nächsten kommt, eignet sich dazu natürlich besonders gut. Im Spielplan steht diese Oper in nächster Zeit zwar nicht mehr, aber wahrscheinlich ist jedes andere Stück genauso unterhaltsam.

Besonders exklusiv sitzt man in der Loge inkl. Sekt

Besonders exklusiv sitzt man in der Loge inkl. Sekt

http://www.wiener-staatsoper.at/Content.Node/home/spielplan/Spielplandetail.php?eventid=961242419

http://www.theaterleo.at/

Gute Nachrichten für Opernfreunde: www.theoperaplatform.eu

Seit 8. Mai ist eine neue Plattform online, die das Herz von Musikliebhabern höher schlagen lässt.

Les contes d'Hoffmann (Den Norske Opera & Ballett Oslo)

Les contes d’Hoffmann (Den Norske Opera & Ballett Oslo)

The Opera Platform wird vom Programm „Kreatives Europa“ der EU-Kommission unterstützt und beruht auf der Partnerschaft zwischen dem Dachverband für Opernhäuser und -festivals in Europa „Opera Europa“, dem Kultursender ARTE und 15 europäischen Opernhäusern: Belgien La Monnaie/De Munt Brüssel; Deutschland Komische Oper Berlin, Oper Stuttgart; Finnland Finnish National Opera Helsinki; Frankreich Festival d’Aix-en-Provence, Opéra national de Lyon; Großbritannien Royal Opera House Covent Garden, Welsh National Opera; Italien Teatro Regio di Torino; Lettland Latvian National Opera Riga; Niederlande Dutch National Opera Amsterdam; Norwegen Den Norske Opera og Ballett Oslo; Österreich Wiener Staatsoper; Polen Teatr Wielki Opera Naradowa Warschau; Spanien Teatro Real Madrid.

La Traviata (Teatro Real Madrid)

La Traviata (Teatro Real Madrid)

The Opera Platform wird in drei Sprachen (Deutsch, Französisch und Englisch) zur Verfügung stehen und kostenlos zahlreiche Inhalte und umfassende Informationen bieten: Gesamtübertragungen von Opern, Libretti, Auszüge, Interviews mit Künstlern, Backstage-Reportagen, Dokumentarfilme über die Berufe der Opernwelt u.v.m. Europäische Opernhäuser gewähren Einblick in ihre Archive und das aktuelle Geschehen.

Jeden Monat wird mindestens eine neue Oper aus Europa online gestellt. Die Produktionen sind in sechs Sprachen untertitelt (Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Polnisch) und können sechs Monate lang on demand abgerufen werden. (apa)

Nächste Termine:

16.05.2015, 18:45: “Król Roger“ (Karol Szymanowski), Royal Opera House London
23.05.2015, 19:00: “Kullervo” (Jean Sibelius), Finnische Nationaloper
30.05.2015, 19:00: „Valentina“ (Arturs Maskats), Lettische Nationaloper
07.06.2015, 19:00: “Götterdämmerung” (Richard Wagner), Wiener Staatsoper

http://www.theoperaplatform.eu

Der mechanische Trompeter von Mälzel – ein einmaliges Konzert-Erlebnis mit der Wiener Akademie

Johann Nepomuk Mälzel, bekannt v.a. als der Erfinder des Metronoms, erlangte auch als Konstrukteur musikalischer Automaten (und der Hörhilfen für Beethoven) Berühmtheit.

Einer dieser Automaten, der mechanische Feldtrompeter, trat in einem berühmt gewordenen Konzert auf: Am 8. Dezember 1813 erfolgte die Uraufführung von Beethovens 7. Symphonie und seiner Schlachten- bzw. Siegesmusik „Wellingtons Sieg“. Zwischen diesen beiden Stücken wurden zwei Märsche von J.L. Dusik und I. Pleyel mit eben diesem Automaten für das erstaunte Publikum gespielt.

 Remake des mechanischen Trompeters von Johann Nepomuk Mälzel von 1813 (Jakob Scheid 2015)


Remake des mechanischen Trompeters von Johann Nepomuk Mälzel von 1813 (Jakob Scheid 2015)

Der Trompeter-Automat hatte ein unsichtbares mechanisches Innenleben und eine lebensgroße Holzpuppe rundherum, wurde der Musik entsprechend in passende Uniformen gekleidet und konnte mithilfe einer Walze Märsche spielen.

Der mechanische Trompeter  Die Wiener Akademie

Für seine Aufführungsserie RE-SOUND Beethoven mit der Wiener Akademie machte sich Martin Haselböck nun daran, so einen Automaten in sein Konzert im Festsaal der Akademie der Wissenschaften einzubinden (dem Original-Aufführungsort der denkwürdigen Veranstaltung 1813).

Der wunderschöne Festsaal der Akademie der Wissenschaften

Der wunderschöne Festsaal der Akademie der Wissenschaften

In Kooperation mit dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien (Birgit Lodes) und der Universität für angewandte Kunst (Jakob Schied) gelang die Rekonstruktion des Trompetenspielers. Allerdings bewusst nicht als Holzpuppe, sondern als Automat, der seine Mechanik und Funktionsweise den Zuschauern und Zuhörern offenlegt und damit nach 200 Jahren mit seiner ausgefeilten Technik verblüfft.

http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Nepomuk_M%C3%A4lzel

http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Scheid

http://musikwissenschaft.univie.ac.at/institut/personalverzeichnis/lodes/