Der digitale Kulturstadtplan der Stadt Wien

Wer sich für Stadtgeschichte, Kunstsammlungen oder Architektur in Wien interessiert, sollte diese Seite einspeichern:

http://www.wien.gv.at/kultur/kulturgut/index.html

Die Stadt Wien stellt hier eine Menge an Informationen zur Verfügung.

Peter Kogler, Siebdruck, 1993, MUSA

Peter Kogler, Siebdruck, 1993, MUSA

• Architektur: Gebäudedaten, Baujahr, Architekt, Quellenangaben …
• Historische Stadtpläne: mit Erklärungen zu den einzelnen Perioden, eine Karte zu den Kriegsschäden, Karten vor 1850 als Bilddateien – hier könnte ich stundenlang herumsuchen (ich bin ein Kartenfreak).
• Kunstsammlung MUSA: die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Stadt, abrufbar nach verschiedenen Kriterien.
• Kunstwerke im öffentlichen Raum: Denkmäler, Profanplastiken, sakrale Kleindenkmäler, Gedenktafeln, Grabmäler, Kunst am Bau – schnelle Antwort auf die Frage „Welches Denkmal soll das sein?“
• Stadtarchäologie: Fundstellen, antike Siedlungsgebiete und Straßenzüge.
• Stadtgeschichte: Der Titel ist etwas irreführend, denn bis jetzt sind nur sehr kleine Themen daraus aufgearbeitet und in den Stadtplan eingefügt (ehemalige Synagogen, mittelalterliche Burgen und Schlösser sowie historische Wasserleitungen), doch wird an einer Ergänzung laufend gearbeitet.

Joseph Daniel von Huber, Perspektivdarstellung von Wien und den Vorstädten bis zum Linienwall 1769-1773 (1778)

Joseph Daniel von Huber, Perspektivdarstellung von Wien und den Vorstädten bis zum Linienwall 1769-1773 (1778)

Alles in allem ein ausgezeichnetes Instrument, um mehr über die Stadt und ihre Kultur zu erfahren.

http://www.wien.gv.at/kultur/kulturgut/index.html

Zyprioten kaufen Hörbiger-Villa um zehn Millionen

(APA) Der Wiener Stammsitz der traditionsreichen
Schauspielerfamilie – eine Villa aus den 1930er Jahren mit 5.000
Quadratmeter Garten – gehört seit Ende 2014 einer zypriotischen
Gesellschaft. Das hauseigene Theater soll übersiedeln, berichtet der
GEWINN in seiner neuen Ausgabe.

Hörbiger-Villa

Schon im Sommer des Vorjahres hatte Schauspielerin Maresa Hörbiger in
den Medien den Verkauf ihres Hauses angekündigt. Viel war seitdem
über den Kaufpreis der Villa in der Döblinger Himmelstraße, der
teuersten Straße Österreichs, spekuliert worden. Von 15 bis 17
Millionen Euro, die ein russischer Käufer bot, war die Rede. Wie nun
aus dem GEWINN vorliegenden Kaufvertrag hervorgeht, lag der
tatsächliche Preis bei zehn Millionen Euro. Käufer war Ende November
2014 eine zypriotische Gesellschaft aus Nikosia. Wer sich dahinter
verbirgt, ist nicht bekannt. Detail am Rande: Vor drei Jahren wurde
das Nachbarhaus um unglaubliche 35 Millionen Euro verkauft. Ebenfalls
an eine zypriotischen Gesellschaft, die an der selben Adresse in
Nikosia sitzt. Als Eigentümer wurde damals ein amerikanischer
Millionär vermutet.

Rätsel: Welche Tiere sollen das sein?

Es ist tatsächlich nicht so einfach herauszufinden, welche Tiere in den mittelalterlichen Bestiarien abgebildet wurden! Mit viel Phantasie kam ich auf 16 richtige Antworten … Viel Spaß beim Raten!

http://www.medievalists.net/2015/01/31/can-guess-animal/

Mittelalterliches Tier

„Schlaflos – Das Bett in Geschichte und Gegenwartskunst“ – eine Ausstellung im 21er Haus

Die Donnerstag eröffnete Ausstellung „Schlaflos – Das Bett in Geschichte und Gegenwartskunst“ rückt ein Möbelstück in den Mittelpunkt, in dem sich im Laufe unseres Lebens tatsächlich besonders viel abspielt: das Bett.

Der große mittlere Saal ist mit diversen Bettvariationen und -installationen bestückt

Der große mittlere Saal ist mit diversen Bettvariationen und -installationen bestückt

Teilweise ist die Schau thematisch gegliedert und so Schwerpunkten wie „Geburt“, „Liebe“, „Sterben“, „Einsamkeit“, „Gewalt“, „Krankheit“ gewidmet, und wenn man dem Kurator Mario Codagnato glauben kann, ist das Bett auch der am häufigsten abgebildete Gegenstand in der Kunstgeschichte. Auf jeden Fall konnte er aus dem Vollen schöpfen; der Bogen spannt sich von mittelalterlichen Mariendarstellungen über Klimt bis zu Damian Hirst und Kate Moss, die vom Plakat lächelt.

1_juergen-teller--young-pink-kate--london-1991.-_presse.jpeg  Schlaflos

 

Schlaflos  Damina Hirst

Schlaflos  9_30_klimt_presse.jpeg

Die Idee, das Bett zum Thema einer Ausstellung und eigentlich zur einzigen Gemeinsamkeit der völlig unterschiedlichen Kunstwerke zu machen, hat schon etwas. Und so kommt auch jeder auf seine Rechnung: alte Kunst, neue Kunst, Stiche, Ölbilder, Objektkunst, Filme, Aktionismus, sogar etwas pornographische Kunst ist dabei. Für ein schnelles Vorbeischauen sind die Werke zu schade, man sollte genügend Zeit für einen Besuch einplanen. Und dem von Karl Schwanzer ursprünglich für die Expo 1958 in Brüssel entworfenen Gebäude wieder einmal einen Besuch abstatten.

Gratis Sekt und Wein - das Gerangel ist größer als in der Ausstellung!

Gratis Sekt und Wein – das Gerangel ist größer als in der Ausstellung!

 

Schlaflos

 

21er Haus: Karl Schwanzer / Adolf Krischanitz

21er Haus: Karl Schwanzer / Adolf Krischanitz u. Gerhard Moßburger

Geöffnet bis 07.06.2015

Empfehlung: 3*

http://www.21erhaus.at/de/ausstellungen/aktuelle-ausstellungen/schlaflos—das-bett-in-geschichte-und-gegenwartskunst-e181951

The Curator 2015: Fotowettbewerb für Beiträge geöffnet

In 6 Kategorien kann die Teilnahme erfolgen:

  • Portraits
  • Still Lifes
  • Abstract/Mixed Media
  • Landscapes
  • Urban Scenes
  • Student Work

6 Gewinner erhalten, neben Geld- und Sachpreisen, Einladungen Ausstellungen in New York im kommenden Sommer.

Deadline: 26.03.2015

Nähere Infos: http://www.pdncuratorawards.com

Hier die Gewinner des letzten Jahres: http://www.pdncuratorawards.com/gallery/2014/

Copyright: Brian Smith

Copyright: Brian Smith

Copyright: Gillian Hyland

Copyright: Gillian Hyland

 

„Das Käthchen von Heilbronn“ von Heinrich Kleist im Burgtheater

Obwohl von Regisseur David Bösch auf etwas über 2 Stunden zusammengekürzt und in das eindrucksvolle Bühnenbild von Patrick Bannwart gesetzt – die Geschichte vom Käthchen, das dem Grafen Wetter vom Strahl überall hin folgt, bis er es am Ende nach vielen Turbulenzen heiratet, ist eigentlich sehr blöd. Und obwohl ich Kleists Sprache mag, mit diesem „historisches Ritterspiel“ kann ich nicht viel anfangen.

Das Käthchen von Heilbronn  Das Käthchen von Heilbronn

Die sehr kühle Inszenierung lässt manchmal Platz für romantische Momente, auch komische Szenen dürfen sein, aber deshalb wird die Story nicht einleuchtender. Durchwegs gut gespielt (Sarah Viktoria Frick als Käthchen, Fabian Krüger als Wetter vom Strahl, Dörte Lyssewski als Kunigunde, Martin Schwab als Kaiser, Falk Rockstroh als Käthchens Vater) und wie schon erwähnt in einem tollen Bühnenbild, fehlt mir am Ende doch etwas. Ich glaube, es ist die Figur des Käthchens, die zeitweise wie aus dem „Exorzist“ entsprungen oder wie ein störrisches Kind wirkt und so gar nichts Mädchenhaftes oder „Liebreizendes“ an sich hat. Aber gerade diese Sichtweise hat vielen anderen wiederum gut gefallen.

Das Käthchen von Heilbronn  Das Käthchen von Heilbronn

Am Ende ist die Bühne, wie meistens bei Bösch, total zugemüllt. Hier noch ein Blick auf den Putztrupp nach der Vorstellung:

Das Käthchen von Heilbronn

Nächste Termine:
27.01.2015
31.01.2015
04.02.2015
05.02.2015
12.02.2015

Empfehlung: 2*

http://www.burgtheater.at/Content.Node2/home/spielplan/event_detailansicht.at.php?eventid=963713253

Leichte, aber nicht seichte Unterhaltung im Theater Scala: „Moonlight & Magnolias“

Die „Hollywood-Farce“ von Ron Hutchinson thematisiert die (angeblich wahre) Entstehung des Drehbuches für eine der größten Filmschnulzen aller Zeiten: „Vom Winde verweht“ (1939).

Moonlight & Magnolias

Inhalt: David O. Selznick hat als Produzent zwar die Rechte für den Film, aber sowohl Drehbuchautor als auch Regisseur kurz vor Drehbeginn hinausgeworfen. Also müssen dringend zwei Ersatzspieler gefunden werden, um das Projekt auf die Beine zu stellen. Regisseur Victor Fleming ist sofort dabei, Autor Ben Hecht hat aber weder das Buch gelesen noch hat er eigentlich Lust, so einen „Moonlight & Magnolia“-Kitsch umzuschreiben. Die Zeit drängt, also wird ihm der Inhalt des Romans von den beiden anderen vorgespielt, während die drei Männer – unterstützt von der tüchtigen Sekretärin – sich für ein paar Tage in Klausur begeben. Das Ergebnis ist Filmgeschichte …

Moonlight & Magnolias  Moonlight & Magnolias

Eine wirklich lustige Produktion, die der Inszenierung 2014 am Vienna English Theatre in nichts nachsteht. Die Darsteller geben (v.a. physisch) ihr Letztes, das Publikum ist begeistert und alles in allem ist es ein gelungener Theaterabend im Scala.

http://www.theaterzumfuerchten.at/theater-scala.htm

Empfehlung: 3*

Welches Wien Museum braucht Wien? Diskussion mit Matti Bunzl

Gestern fand der erste inhaltliche Auftritt von Matti Bunzl als designierter Direktor des Wien Museum statt. Er tritt die Stelle im Hebst 2015 an, wenn Wolfgang Kos in Pension geht. Seine Bestellung ist noch immer ein Rätsel: Nämlich wie es gelungen ist, einen anerkannten Fachmann zu gewinnen, mit dem alle Parteien einverstanden sind und das ohne die üblichen Machenschaften in der Wiener Kulturpolitik.

Diskussion Matti Bunzl, Begrüßung Gerald Bast

Diskussion Matti Bunzl, Begrüßung Gerald Bast

Die Veranstaltung wurde von der Universität für angewandte Kunst organisiert, und dieser Einstieg mag programmatisch für die zukünftige Arbeit von Bunzl sein: Er möchte nicht nur die Kooperation mit der Angewandten und anderen wissenschaftlichen Institutionen intensivieren, sondern sieht sich selbst sowohl als Wissenschaftler (Anthropologe, Kulturethnologe, Feldforscher) als auch als Manager. In dieser Funktion wird seine Aufgabe sein, seinem Team die nötigen Voraussetzungen (v.a. auch wirtschaftlich) zu schaffen, um einen moderne Museumsalltag zu gewährleisten.

Angesprochen auf seine Vision, das Wien Museum auch als „Labor der Zivilgesellschaft“ zu etablieren, fordert er offensiv diverse Einrichtungen und Gruppen auf, sich an der Neupositionierung des Museums zu beteiligen und sich für ein „Wien der Zukunft“ einzubringen. Das Motto ist „Weg vom Ausstellen – hin zum Herstellen“. Als erste Wechselausstellung schwebt ihm so etwas wie „Wien 2050“ vor, also wohin sich Wien entwickeln kann, soll, muss.

Die leider schlechte, stotternde Moderatorin brachte die Idee auf, die Dauerausstellung abzuschaffen – hier wurde sie glücklicherweise von Bunzl in die Schranken gewiesen. Ein Stadtmuseum hat natürlich auch einen didaktischen Auftrag, muss einen Gesamtüberblick geben und kann viele interessante Objekte (wie z.B. die Stadtmodelle) nicht nur temporär zeigen.

Von mir gefragt, ob er nicht Angst hat, dass er in erster Linie wegen seines großen Erfolgs im Aufstellen von Sponsorgeldern in der Vergangenheit (in den USA) geholt wurde und sich die öffentliche Hand in Kürze abputzen wird, konnte er mit finanziellen Zusagen der Stadt kontern. Wir werden sehen, ob es dabei bleibt, v.a. da ja auch der Neubau/Zubau und die Umgestaltung des gesamten Museums anstehen.

Auf jeden Fall schaut es so aus, als würde die von Wolfgang Kos begonnene Positionierung des Wien Museums weiter voranschreiten und von Matti Bunzl in die richtige Richtung gelenkt werden.

http://www.wienmuseum.at/de/ueber-uns/unser-leitbild.html

 

„Casanova Variations“ – eine Biographie, ein Opernfilm, ein Kostümschinken?

Michael Sturmingers Film „Casanova Variations“ ist von allem etwas. Vor allem ist er der perfekte Rahmen für den wunderbaren John Malkovich, der die Rolle des Casanova ja schon seit einigen Jahren weltweit auf der Bühne darstellt.

Casanova Variations

Unterfüttert mit Mozart-Musik (musikalische Leitung: Martin Haselböck) wird Casanova als alter, auch kranker Verführer gezeigt, der es noch immer nicht lassen kann, den Frauen nachzustellen. Und der in seinem „Ausgedinge“ im tschechischen Schloß Dux an seinen Memoiren schreibt.

Sturminger hat mehrere Handlungsebenen eingezogen und switched zwischen Casanovas letzten Tagen inklusive dem Treffen mit einer ehemaligen Geliebten, einer Opernaufführung in Lissabon und dem realen Malkovich – hört sich verwirrend an und ist es zum Teil auch.

Die Sänger und Sängerinnen sind top, wie z.B. Jonas Kaufmann, Miah Person, Florian Boesch und Anna Prohaska. Und Malkovich singt auch, besonders schön die Serenade aus Don Giovanni „Deh, vieni alla finestra“. In der Diskussion meinte der Regisseur, dass es ihm nicht unbedingt auf die perfekte Ausbildung der Sänger ankommt, sondern auf die Intensität und das Gefühl in der Interpretation – im Fall von Malkovich hat er zweifellos recht.

Casanova Variations Casanova Variations

Ab 23.01.2015 in den österreichischen Kinos.

http://casanova.derfilm.at/