Märchenhaft – und ein absoluter Geheimtipp: Richard Teschners Figurentheater im Wiener Theatermuseum

Vielen Leuten ist das zauberhafte Figurentheater Richard Teschners leider unbekannt und das ist wirklich schade.

Blick auf die "Theaterbühne" © Theatermuseum

Blick auf die „Theaterbühne“ © Theatermuseum

Backstage mit voller Lichttechnik

Backstage mit voller Lichttechnik

Richard Teschner, ein Allround-Künstler des Jugendstils und des Art Décos, machte auf seiner Hochzeitsreise in Fernost Bekanntschaft mit indonesischen Stabpuppen und begann in Wien mit der Entwicklung eigener Figuren. Das erste Stück dieser Art wurde im Jahr 1913 uraufgeführt.

"Prinzessin" und "Buddha"

„Prinzessin“ und „Buddha“

Im Laufe der Zeit entstanden weitere Stücke und neue Figuren, vor allem aber verfeinerte Teschner die Mechanik der Puppen, indem zu den Stäben auch Fäden durch die Glieder eingezogen wurden, die zusätzliche Bewegungen erlaubten.

Mit einem nachgebauten "Zipizip" kann man es selbst probieren...

Mit einem nachgebauten „Zipizip“ kann man es selbst probieren…

Schließlich ergab sich ein wahres Gesamtkunstwerk, denn Teschner ließ eine spezielle Bühne bauen, eine Art Hohlspiegel, durch die sich wunderbare Lichteffekte erzeugen lassen. Das Licht, die Hintergrundbilder, die Musik, die kostbaren Kostüme  und die komplette Technik hinter der Bühne sowie die Inhalte der Stücke entsprangen Teschners Phantasie.

Die Textilrestauratorin Angela Sixt, die die Hauptverantwortliche für die Teschner-Figuren im Museum ist.

Die Textilrestauratorin Angela Sixt, die die Hauptverantwortliche für die Teschner-Figuren im Museum ist.

Die Originalbühne mitsamt Technik und ein Großteil der Figuren (mitsamt der Aufbewahrungsschränke) werden heute im Theatermuseum am Lobkowitzplatz in Wien erhalten, renoviert – und bespielt.

Die Musik wird über ein extra hergestelltes Polyphon widergegeben.

Die Musik wird über ein extra hergestelltes Polyphon widergegeben.

Denn vor Weihnachten gibt es die seltene Gelegenheit, die Stücke zu sehen und zu erleben. Die Kunst der Puppenführung wurde über Teschners Assistentin weitergegeben und wird heute von Thomas Ettl und seinem Team gepflegt.

Der "Sonnentänzer"

Der „Sonnentänzer“

Als Zuschauer wird man in eine märchenhafte exotische Welt entführt, jede Hektik bleibt draußen, wenn sich die feinen Puppen zu trancehafter Musik bewegen.

Im Aufbewahrungsschrank

Im Aufbewahrungsschrank

Es ist wirklich eine ganz besondere Art des Puppentheaters und ich würde mir wünschen, dass ein größeres Publikum die Möglichkeit eines Besuches nutzt.

Baupläne

Baupläne

Heuer steht noch das „Weihnachtsspiel“ auf dem Programm, und zwar am 12.12., 15.12., 21.12., 22.12. und 23.12., jeweils um 19 Uhr (telefonische Vorreservierung empfohlen!).

Empfehlung: 4*

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Teschner

http://www.theatermuseum.at/vor-dem-vorhang/ausstellungen/teschners-figurenspiegel/

http://www.theatermuseum.at/nocache/kalender/

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