Das Massenspektakel des Jahres: Christos „Floating Piers“ am Lago d’Iseo

Juhuuuu! Ich war dabei! Und zehntausende andere auch …

Floating Piers

Zweifellos handelt es sich bei Christos neuestem Projekt (dass er gemeinsam mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude konzipiert hatte) um eine phänomenale Idee: 220.000 schwimmende Kuben, überspannt mit 100.000 m² schimmerndem Stoff, ergeben einen 3 Kilometer langen Weg über den Iseo-See in Norditalien. Nur für 2 Wochen soll das Kunstwerk zugänglich sein, danach wird alles recycelt und verschwindet, bleiben werden nur die Fotos und die Erinnerungen daran.

Floating Piers

Floating Piers

Schon beim Anflug auf Mailand konnte ich die „Floating Piers“ bei strahlendem Sonnenschein aus dem Flugzeug sehen – beeindruckend! Es hat sich dann auch bestätigt: Das Gefühl, auf den leicht schwankenden, golden leuchtenden Pontons über den See zu spazieren, ist natürlich einmalig.

Floating Piers

Einmalig ist allerdings auch die Völkerwanderung, die sich in Bewegung gesetzt hat, um das Projekt zu sehen und zu erleben. Was jetzt nicht so verwunderlich ist, waren doch die Zeitungen weltweit voll mit Bildern und Berichten. Und in der Region läuft ebenfalls die Werbemaschinerie.

Floating Piers

Die Verantwortlichen wurden vom Massenansturm aber offenbar völlig überrascht. Ursprünglich sollten die Wege 24 Stunden zugänglich sein, nach den ersten Tagen legte einerseits die ansässige Bevölkerung Einspruch ein, um wenigstens in den Nachtstunden Ruhe zu haben und den Müll entsorgen zu können, andererseits muss der Stoff wegen der Besuchermenge in den geschlossenen Stunden repariert werden. Touristen aus Europa, Asien und Amerika wandern gemeinsam mit ganzen italienischen Familienverbänden, die vom Opa bis zum Kinderwagerl alles mitgenommen haben.

Ebenfalls nicht eingestellt sind die öffentlichen Verkehrsmittel auf diese Besucherzahlen: Züge blieben im Umsteigeort Brescia hängen, wurden nicht zum See weiter geführt und so für 3.000 Menschen zur unfreiwilligen „Falle“. Auch der Abtransport der Besucher vom See Weg ist mehr als schlecht organisiert.

Wir hatten es bei unserem Besuch noch gut getroffen und uns wegen des angekündigten Bahnstreiks am Abend eine Alternative für die Rückfahrt nach Mailand überlegt. Aber wieviele andere Gäste in Sulzano am See Stunden auf die Abfahrt warten mussten, möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Falls noch jemand in der letzten Woche das Projekt besuchen möchte, habe ich folgende Ratschläge auf Lager:

  • Je früher am Tag, desto besser. Die Stege liegen in der prallen Sonne und es wird natürlich im Laufe des Tages immer heißer.
  • Falls möglich mit einem Auto kommen. Die Zufahrt bis Sulzano ist zwar nicht erlaubt, aber Shuttle-Busse bringen die Leute bis zum See und so bleibt man unabhängig und nicht auf die italienische Bahn angewiesen.
  • Von Iseo aus verkehrt eine Fähre, ebenfalls direkt zu den „Floating Piers“ – mitgenommen werden aber zuerst diejenigen mit vorgebuchten Tickets. Deshalb unbedingt im Vorhinein die Tickets online buchen: http://www.navigazionelagoiseo.it/

Wenn man es aber geschafft hat: Der Besuch ist auf jeden Fall wert. Also viel Spaß!

www.thefloatingpiers.com

http://christojeanneclaude.net/

https://de.wikipedia.org/wiki/Christo_und_Jeanne-Claude

3 Gedanken zu “Das Massenspektakel des Jahres: Christos „Floating Piers“ am Lago d’Iseo

  1. Danke, liebe Daniela, für den interessanten Bericht. Eine Kärntner Freundin fährt demnächst hin, drum hab ich ihr deine Eindrücke plus Tipps weitergeleitet. Wir haben heute nach ein paar wunderschönen Sommertagen auf unserer faaker Insel einen Regentag, aber morgen soll es wieder schön werden und nächste Woche bin ich dann in der Provence. Damit wär das Reisen erledigt, leider, aber mein Mann mag es nicht so gern und so beschränken wir uns auf das Pendeln zwischen Wien und Villach bzw faakersee. Ich wünsch dir schöne Sommertage. Liebe Grüße Petra

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