Italienische Reise #8: Zum 7. Dezember – Sant’Ambrogio, der Schutzheilige von Mailand

Am heutigen 7. Dezember wird der Heilige Ambrosius, Bischof von Mailand, geehrt. Er ist der Schutzheilige der lombardischen Metropole, aber auch von Bologna und einer ganzen Reihe von Berufen wie zum Beispiel der Imker, der Wachszieher und der Lebkuchenbäcker.

Bei uns ist Ambrosius vor allem als einer der vier Kirchenväter bekannt, neben Hieronymus, Augustinus und Gregorius.

Ambrosius als einer der vier Kirchenväter an der Kanzel im Wiener Stephansdom

In Mailand wird er jedoch groß zelebriert, der Tag ist ein Feiertag und da es sich so gut mit dem 8. Dezember als weiteren freien Tag trifft,  ist die halbe Stadt zu dieser Zeit auf Urlaub (Ponte di Sant’Ambrogio e dell’Immacolata).

Die Kirche Sant’Ambrogio in Mailand

DAS kulturelle Großereignis ist dann jedes Jahr die Saisoneröffnung der Mailänder Scala, am Abend des 7. Dezembers. Heuer steht „Andrea Chénier“ von Umberto Giordano auf dem Programm, dirigieren wird Riccardo Chailly, singen werden Anna Netrebko und Yusif Eyvazov.

Die Auslage der Konditorei Cova in der Via Montenapoleone

Die Auslagen im Quadrilatero d’Oro, dem teuren Modeviertel Mailands, stimmen ebenfalls auf diese Premiere ein.

Die Auslage von Dolce & Gabbana

Dolce & Gabbana

https://de.wikipedia.org/wiki/Ambrosius_von_Mailand

http://www.teatroallascala.org/en/index.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Sant%E2%80%99Ambrogio_(Mailand)

Italienische Reise #7: Fondazione Prada, Mailand

Vor nicht ganz einem Jahr hat Mailands neue Kunst-Location eröffnet – die Fondazione Prada. Schön, dass ich vor kurzem die Gelegenheit hatte, den Vergleich mit der Fondation Louis Vuitton in Paris anzustellen.

Die ehemalige Schnapsbrennerei hat einen goldenen Turm bekommen (Foto: Bas Princen 2015 Courtesy Fondazione Prada)

Die ehemalige Schnapsbrennerei hat einen goldenen Turm bekommen (Foto: Bas Princen 2015 Courtesy Fondazione Prada)

Gold vor strahlend baluem Himmel

Gold vor strahlend blauem Himmel

Die Fondazione Prada liegt in keinem eleganten Stadtteil Mailands, sondern in der Nähe der Bahn im Süden, umgeben von Industriebrachen und Autowerkstätten. Umso auffälliger erhebt sich plötzlich ein goldener Turm (24 Karat vergoldet) aus dem unspektakulären Viertel. Der Niederländer Rem Koolhaas, schon seit vielen Jahren kongenialer Architektur-Partner von Prada (z.B. Prada Store in Manhattan von 2001), schuf auf dem Gelände einer ehemaligen Destillerie den adäquaten Rahmen für die Prada-Kunstsammlung und weitere Projekte und Veranstaltungen.

Fondazione Prada

goldenes Fassadendetail

goldenes Fassadendetail (Regenrinne)

Mit eleganten, aber kräftigen Akzenten wurden die alten Hallen renoviert und umgebaut, um sie für ihre neue Funktion tauglich zu machen. Dazu einige Neubauten, die sich einfügen, als wären sie immer schon dort gewesen. So ergibt das ein wirklich spannendes Kunstensemble: Ausstellungsräume, Freiräume, Bibliothek, Kino, Kinderakademie, ein noch in Bau befindlicher Turm für die Sammlung …

Fassadendetail

Fassadendetail

Fassadendetail

Fassadendetail

Besonders schön sind die unterschiedlichen Materialien, die immer neue Spiegelungen und Ansichten ermöglichen. Dementsprechend wird auch fleißig fotografiert, denn die Szenerie lädt zu Selfies und Porträts geradezu ein.

Fondazione Prada

Fondazione Prada

Fondazione Prada

Fondazione Prada

Und natürlich darf die Kunst selbst nicht vergessen werden. Bei meinem Besuch war es die große Ausstellung der polnischen Künstlerin Goshka Macuga „To the Son of Man Who Ate the Scroll“, die an drei Orten stattfindet: in der „Podium“ genannten, rundum verglasten Halle, in der ehemaligen Zisterne und in der Südgalerie.

Goshka Macuga „To the Son of Man Who Ate the Scroll“

Goshka Macuga „To the Son of Man Who Ate the Scroll“

Goshka Macuga „To the Son of Man Who Ate the Scroll“

Goshka Macuga „To the Son of Man Who Ate the Scroll“

Ein Besuch im Café sollte auch ein Fixpunkt sein, ist doch die „Bar Luce“ von Regisseur Wes Anderson (u.a „The Grand Budapest Hotel“) gestaltet. Er zitiert Fassaden- und Deckenelemente der Galleria Vittorio Emanuele und – recht konträr – Filme des italienischen Neorealismo wie Miracolo a Milano (Das Wunder von Mailand, 1951, Vittorio De Sica) und Rocco e i suoi fratelli (Rocco und seine Brüder, 1960, Luchino Visconti). Und die Mischung funktioniert!

in der "Bar Luce"

in der „Bar Luce“

"Bar Luce"

„Bar Luce“

Jukebox mit italienischen Oldies

Jukebox mit italienischen Oldies

Fazit: Während die Pariser Fondation Louis Vuitton von Frank O. Gehry eindeutig die offensichtlich spektakulärere Architektur bietet, überzeugt Koolhaas mit dezenter Zurückhaltung und einem gelungenen Raumkonzept der Innen- und Außengestaltung.

Fondazione Prada

http://www.fondazioneprada.org/

http://www.fondazioneprada.org/visit/visit-milano/

http://www.tagesspiegel.de/kultur/fondazione-prada-eroeffnet-in-mailand-im-wunderkammerland/11799008.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Rem_Koolhaas

http://oma.eu/

https://de.wikipedia.org/wiki/Wes_Anderson

„Feeding the Planet – Energy for Life“ – die EXPO 2015 in Mailand

Über einen Monat ist noch Zeit, um die EXPO in Mailand zu besuchen. Im Herbst ist es vermutlich auch angenehmer als Anfang Juni, als ich dort war.

EXPO 2015

Es war mein erster Besuch bei einer EXPO, ich kann also keinen Vergleich mit anderen Veranstaltungen anstellen (Lissabon 1998, Hannover 2000). Ob es auch mein letzter Besuch war – wir werden sehen. Ich meine, man sollte einmal eine „Weltausstellung“ gesehen haben, v.a. wenn sie schon so nahe ist wie heuer in Oberitalien.

Das große Thema „Feeding the Planet – Energy for Life“ hört sich vielversprechend an und macht neugierig: auf die verschiedenen Pavillons, auf die unterschiedliche Herangehensweise der Länder, auf die gesamte Inszenierung.

Gleich vorweg: Es ist ein Riesenspektakel, das an 2 Tagen nicht zu schaffen ist. Da heißt es, fokussiert den Besuch planen und wirklich überlegen, was erwarte ich mir und was will ich dort. Einfach nur durchspazieren und alles auf sich einwirken lassen (dafür reicht ein Tag) oder sich doch mehr mit der Materie beschäftigen.

Den großen Vorwurf, dass zwar das Thema ambitioniert klingt und sich tatsächlich auch einige Länder Gedanken zu nachhaltiger Versorgung der Weltbevölkerung gemacht habe, man jedoch vor Großkonzernen wie McDonalds, Coca-Cola, Nestlé etc. in die Knie gegangen ist, vermutlich viel Sponsorgeld genommen hat und damit dem ungesunden Fast Food eine breite Bühne im Rahmen der EXPO geboten hat, kann ich bestätigen. Es ist leider ein ziemlicher Widerspruch.

Coca Cola - einer Hauptsponsoren

Coca Cola – einer der Hauptsponsoren

Vanke-Pavillon ( chinesisches Immobilienunternehmen), Architekt Daniel Libeskind

Vanke-Pavillon ( chinesisches Immobilienunternehmen), Architekt Daniel Libeskind

Die Länderpavillons einzeln zu beschreiben würde zu weit führen, abgesehen davon war ich gar nicht in allen drinnen. V. a. haben wir die ausgelassen, wo lange Schlangen eine Wartezeiten bis über 1 Stunde befürchten ließen (Italien!). Also einfach treiben lassen und schauen, wo gerade nicht viel los ist!

Lange Schlangen vor den Pavillons

Lange Schlangen vor den Pavillons

Österreich
Ich gebe zu, dass ich sehr skeptisch war, in erster Linie was die Thematik der Österreicher betrifft (breathe.austria), da es wenig mit Nahrung im herkömmlichen Sinn zu tun hat. Aber ich muss zugeben, dass ich mich wirklich geirrt habe: Der österreichische Pavillon sticht mit seiner schlichten eleganten Architektur heraus (Konzeption: interdisziplinäres Team aus TU Graz und BOKU Wien unter Klaus. K. Loenhart) – und die Idee dahinter ist wirklich genial! „Die Vegetation des Waldstücks besitzt eine gesamte Blattoberfläche bzw. Verdunstungsoberfläche von ca. 43.200 m² und erzeugt dabei 62,5 kg frischen Sauerstoff pro Stunde – den Bedarf für 1800 Personen – ein „Photosynthesekollektor“ also, der zur weltweiten Sauerstoffproduktion beiträgt. Dieser Effekt wird im Pavillon durch Verdunstungskühlung – aber ohne Klimageräte – technisch unterstützt. So kann das gefühlte Klima eines dichten Waldes aus Österreich mit vergleichsweise natürlichen Maßnahmen nachgestellt werden, das auf dem kühlenden Effekt der Evapo-Transpiration der Pflanzen beruht.“ (http://www.expoaustria.at/oesterreich-beitrag/pavillon/konzept.html). Die Wartezeit vor dem Pavillon zeigt, dass das Konzept auch von den Besuchern geschätzt wird.

Warteschlange vor dem Österreichischen Pavillon

Warteschlange vor dem österreichischen Pavillon

Österreich-Pavillon

Österreich-Pavillon

breathe.austria

breathe.austria

Durch den österreichischen Wald in Mailand

Durch den österreichischen Wald in Mailand

Deutschland
Deutschland geht sehr gründlich an das Thema heran. Ausgestattet mit einem interaktiven Board (nicht alle kapieren, wie es tatsächlich funktioniert) wird der Besucher durch den Pavillon geschickt. Das deutsche Team war offenbar sehr bemüht, nicht nur Fragen aufzuwerfen, sondern auch Lösungen bzw. Lösungsansätze aufzuzeigen. Der Pavillon geht sehr in die Tiefe der Thematik – das führt aber auch zu einer ziemlichen Textlastigkeit. Um alles zu lesen, auszuprobieren und anzuschauen, würde man mehrere Stunden brauchen.

interaktive Spielereien im deutschen Pavillon

Interaktive Spielereien im deutschen Pavillon

Wie muss ich das Ding halten?

Wie muss ich das Ding halten?

ein virtueller Einkauf

Ein virtueller Einkauf

Schweiz
Der Schweizer Pavillon steht unter dem Motto „Ce n’è per tutti?“ („Gibt es genug für alle?“) und präsentiert als Herzstück 4 hohe Türme, die mit Lebensmitteln und Wasserflaschen gefüllt sind. Jeder kann davon nehmen, soviel er möchte, allerdings muss man sich bewusst sein, dass die verfügbare Menge begrenzt ist und eventuell nicht bis zum Ende der EXPO reicht. Man kann somit mit dem eigenen Verantwortungsbewusstsein entscheiden, wie viel wie lange für die anderen übrig bleibt.

Die Türme des Schweizer Pavillons

Die Türme des Schweizer Pavillons

Nicht mehr alles da...

Nicht mehr alles da…

England
Einer der interessantesten Pavillons: Durch eine Wiesenlandschaft nähert man sich einer Art riesigem Drahtgeflecht, das einen Bienenstock simulieren soll – und tatsächlich summt und brummt es im Inneren.

Durch die Wiese zum englischen Pavillon

Durch die Wiese zum englischen Pavillon

Aus der Sicht der Bienen

Aus der Sicht der Bienen

Der Weg führt ins Innere des Bienenstocks

Der Weg führt ins Innere des Bienenstocks

Eine Skulptur - der englische Pavillon

Eine Skulptur – der englische Pavillon

Schöne Ausblicke auf die Wiese davor

Schöne Ausblicke auf die Wiese davor

Vatikan
Sehr schön, schlicht und mit einem beeindruckenden Raumerlebnis veranschaulicht der Pavillon des Vatikans die Themen „Nicht nur vom Brot allein“ und „Gib uns heute unser tägliches Brot“ mit einem Film und Installationen, die die Verschwendung von Nahrungsmitteln aufzeigen.

Der Pavillon des Vatikan

Der Pavillon des Vatikan

Durch den Eingangsschlitz dringt das Licht wie in einer Kathedrale ins Innere.

Durch den Eingangsschlitz dringt das Licht wie in einer Kathedrale ins Innere.

Filme und "Das letzte Abendmahl"

Filme und „Das letzte Abendmahl“

Sehr gut gemachte Präsentationen

Sehr gut gemachte Präsentationen

Monaco
Monaco kann bei der EXPO mit einem durchdachten Konzept aufwarten, das sowohl inhaltlich überzeugt als auch die Nachnutzung berücksichtigt: In einem aus Containern gebauten Pavillon steht das Meer als Nahrungsquelle im Mittelpunkt, sehr spannend aufbereitet, und das Ganze wandert nach Ende der Weltausstellung nach Burkina Faso, um dort als Rot Kreuz-Projekt weiter zu bestehen.

EXPO 2015 Mailand

Konstruktion aus Containern

Didaktisch ausgezeichnet aufbereitet: Der Pavillon von Monaco

Didaktisch ausgezeichnet aufbereitet: Der Pavillon von Monaco

Brasilien
In aufregender Architektur, mit einem riesigen begehbaren Netz, werden im brasilianischen Pavillon Informationen zu Landwirtschaft, Nahrungsproduktionssystemen und technologischen Lösungen gezeigt. Für mich besonders herausgestochen sind zudem die Qualität der grafischen Aufbereitung der Infos im Pavillon und die Kleidung des brasilianischen Mädchen am Stand.

Die Schlange stellt sich für das Netz an - der Pavillon kann ohne Wartezeit besucht werden!

Die Schlange stellt sich für das Netz an – der Pavillon selbst kann ohne Wartezeit besucht werden!

Im EG die Pflanzenwelt Brasiliens

Im EG die Pflanzenwelt Brasiliens

Das Netz ist eine Hetz für die Kinder!

Das Netz ist eine Hetz!

Der Künstler Laerte Ramos ließ sich für seine Hängeobjekte von der Architektur Oscar Niemeyers beeinflussen.

Der Künstler Laerte Ramos ließ sich für seine Hängeobjekte von der Architektur Oscar Niemeyers beeinflussen.

Einheitlich durchgestalteter Pavillon

Einheitlich durchgestalteter Pavillon

Grafisch gut und leicht verständlich aufbereitet

Grafisch gut und leicht verständlich aufbereitet

Die Bar im brasilianischen Pavillon

Die Bar im brasilianischen Pavillon

Fesche Mädchen, fesche Kleider!

Fesche Mädchen, fesche Kleider!

Kolumbien
Der kolumbianische Pavillon war einer der wenigen, für den wir uns angestellt haben – und die Warterei hat sich ausgezahlt. Gruppenweise wird man durchs Innere geschleust und bekommt eine beeindruckende Präsentation über die kolumbianische Vielfältigkeit der Landschaft und daher auch der Nahrungsmittel geboten.

Dall'inizio siamo stati un paese fortunato

„Dall’inizio siamo stati un paese fortunato“: Der kolumbianische Pavillon

Filmpräsentation auf kolumbianisch 1- muy bien

Filmpräsentation auf kolumbianisch 1- muy bien

Filmpräsentation auf kolumbianisch 2- muy bien

Filmpräsentation auf kolumbianisch 2- muy bien

Bahrain
Ohne großen Inhalt, aber mit wunderschöner Architektur zeigt sich der Pavillon von Bahrain. Man schlendert durch ganz schlichte Räume und durch Palmen- und Kakteengärten, erfreut sich an den Details und erlebt eine wunderbare Stille inmitten des ganzen EXPO-Trubels.

Eingang zum Bahrain-Pavillon

Eingang zum Bahrain-Pavillon

Eingang zum Bahrain-Pavillon - Deatil

Eingang zum Bahrain-Pavillon – Detail

Kakteengarten in Bahrain

Kakteengarten in Bahrain

Vereinigte Arabische Emirate
Dass Geld keine Rolle spielt zeigt sich beim Bau des Pavillons der V.A.E.. Norman Foster wurde als Architekt verpflichtet und er stellte einen imposanten Bau hin: Die Feinstruktur der zwölf Meter hohen Außenwände ähnelt einer vom Wind geriffelten Sanddüne – sehr elegant und sophisticated.

Der Pavillon der V.A.E. (Norman Foster) kann schon etwas.

Der Pavillon der V.A.E. (Norman Foster) kann schon etwas.

Fassadendetail

Fassadendetail

Nepal
Ob der Pavillon jetzt schon besetzt ist, weiß ich nicht. Anfang Juni war es ein Ort der Besinnung, der Trauer, aber auch der Solidarität – ein leerer Pavillon, der mit Hilfe anderer Länder fertiggebaut werden musste, da alle nach dem furchtbaren Erdbeben im April in Nepal nach Hause zurückfuhren.

Pavillon von Nepal

Pavillon von Nepal

Italien
Die Warteschlange war einfach zu jeder Zeit zu lang – ich hab’s nicht geschafft. Von außen ist der italienische Pavillon ein beeindruckendes Werk (Nemesi & Partners), mehr kann ich dazu leider nicht sagen.

Der italienische Pavillon von Nemesi&Partners

Der italienische Pavillon von Nemesi & Partners

EXPO 2015

Frankreich
Im französischen Pavillon hängt der Himmel voller Lebensmittel! Die Franzosen lassen ihre Spezialitäten – hübsch arrangiert – von der Decke hängen. Nett anzusehen, that’s it.

Durch Gemüse- und Kräutergarten gelangt man zum französischen Pavillon.

Durch Gemüse- und Kräutergarten gelangt man zum französischen Pavillon.

EXPO 2015

EXPO 2015

EXPO 2015

USA
Zuviel, zu wenig? Schwer zu sagen, mir scheint der amerikanische Pavillon in erster Linie für Kinder konzipiert, ist auch ok. Schön: Die seitliche Außenfassade besteht nur aus Salaten und Kräutern.

Der Eingang zum amerikanischen Pavillon

Der Eingang zum amerikanischen Pavillon

Fassade aus Salat

Fassade aus Salat

EXPO 2015

Future Food District
Eigentlich eine Enttäuschung: Unter diesem Titel erwarte ich mir auf einer EXPO etwas anderes als einen großen Supermarkt, der auch nicht anders funktioniert als jeder kleine Supermarkt. Die Informationen (Nährwerte, Allergene etc.) sind zwar auf digitalen Bildschirmen zu sehen, am Ende wird der Einkauf eingescannt, aber das war’s dann auch schon. In diesem Fall: Viel Lärm um nichts!

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Im Inneren leider eine Enttäuschung

Nicht viel Future...

Nicht viel Future…

EXPO 2015

EXPO 2015

 

Länder, die keinen eigenen Pavillon bauen konnten oder wollten, wurden – durchaus sinnvoll – zu 9 sogenannten „Clustern“ zusammengefasst, die sich hier in kleineren Einheiten zu bestimmten Themen (wie Reis, Kakao, Kaffee, Gewürze etc.) präsentieren konnten. Und hier ist dann einiges daneben gegangen! Ich habe mir lange den Kopf zerbrochen, warum das so sein muss. Dass ärmere Länder nicht groß aufgeigen, ist völlig klar, dass aber am Thema vorbei in gar nicht so wenigen dieser Cluster-Räume nichts außer buntem Kunsthandwerk und vielleicht ein paar Fremdenverkehrsplakate gezeigt werden, verstehe ich nicht. Kreative Köpfe gibt es in jedem Land, die mit wenig Budget tolle Ideen zeigen können – das ist keine Frage des Geldes. Oder wurde vielleicht Fördergeld in dubiosen afrikanischen Regierungen versenkt und gerade der Neffe des Präsidenten kann sich 6 schöne Monate in Mailand machen? Für mich ist diese Form der Darstellung sogar kontraproduktiv.

Kuba macht es gut: Der Auftritt besteht nur aus einer Rum-Bar!

Kuba macht es gut: Der Auftritt besteht nur aus einer Rum-Bar!

Von plötzlicher Tschingderassabum-Musik sollte man sich nicht irritieren lassen, dann zieht (wie in Disneyland) die Parade vorbei. Die Besetzung ist nicht ganz klar, neben Früchten und Gemüse hüpfen Heidifiguren und ??? herum. Ich hatte den Verdacht, dass diverse übriggebliebene Kostüme hier verwendet werden …

Die Parade fragwürdiger Gestalten zieht vorbei.

Die Parade fragwürdiger Gestalten zieht vorbei.

Ähnlich kitschig empfand ich die Standeln in der Mitte der Hauptstraße. Völlig unnötig, so, als hätte jemand Angst vor einer zu leeren Straßenmitte gehabt und Anleihen bei der Theaterrequisite oder der Grottenbahn genommen, um thematisch Lebensmitteln zu präsentieren (Käse, Schinken, Fisch, Wein … aus Pappmaché oder Plastik).

Eine Erwartung kann ich gleich zerstreuen: Obwohl man bei dem Generalthema Hunger bekommt und vielleicht auf Kostproben exotischer Speisen oder bekannter Nahrungsmittel in den Pavillons hofft – hier dürften sich die Gastronomie bzw. die Großkonzerne durchgesetzt haben, denn es gibt nicht ein einziges Stück zur Gratisverkostung, sondern alles nur gegen Cash.

Überhaupt die Gastronomie! Die meisten großen Pavillons bieten auch einen Gastronomiebereich an, mit unterschiedlicher Qualität. Lange Schlangen sah ich bei der argentinischen Grillerei (sicher ein gutes Zeichen), sehr entspannt und mit gutem Essen ging es in Qatar zu. Der Riesenbereich von Eataly, in dem alle 20 italienischen Regionen ihre lokalen Spezialitäten kochen, ist naja… Gut für einen kleinen Streifzug durch die italienische Küche, aber mühsam mit Aussuchen und Anstellen. Fürs Essen muss man definitiv nicht auf die EXPO kommen!

Steak-Essen in Argentinien

Steak-Essen in Argentinien

Pause in Qatar

Pause in Qatar

Schlicht und schön: Der Pavillon des Sudan

Schlicht und schön: Der Pavillon des Sudan

Der russische Pavillon spiegelt das Geschehen vor dem Eingan wider.

Der russische Pavillon spiegelt das Geschehen vor dem Eingang wider.

Qatar: Mit einem riesigen Lebensmittelkorb in der Mitte

Qatar: Mit einem riesigen Lebensmittelkorb in der Mitte

Oman: Wie eine Wüstenoase

Oman: Wie eine Wüstenoase

Futuristische Architektur (Italo Rota): Kuweit

Futuristische Architektur (Italo Rota): Kuweit

Ecuador überzeugt mit einem kanllbunten Pavillon

Ecuador überzeugt mit einem knallbunten Pavillon

Chinesischer Pavillon

Chinesischer Pavillon

Tango im argentinischen Pavillon

Tango im argentinischen Pavillon

 

Tipps:
– Anreise: Von Mailand aus wird zwar überall die Anfahrt mit der roten Metrolinie M1 vorgeschlagen, wesentlich schneller, bequemer und näher zum Eingang gelangt man jedoch mir der Schnellbahn S5 und S6 zum selben Preis (Abfahrt z.B. Repubblica oder Garibaldi).

– Die Tickets würde ich auf jeden Fall vorher im Internet buchen; für einen schnellen Überblick reicht das günstige Abendticket.

– Lange Fußmärsche einplanen, der Shuttle-Bus außen herum hat zumindest bei meinem Besuch nicht recht funktioniert.

– Ebenso lange Wartezeiten bei vielen Pavillons einplanen, manchmal wird es gegen Abend besser.

– Stationen mit Gratis-Trinkwasser sind über das Gelände verteilt, aus einem Hahn kommt stilles, aus dem anderen prickelndes kaltes Wasser.

– Sehr nett für einen Aperitvo mit Aussicht: die Martini-Bar im 1. Stock!

Aperitivo

Aperitivo

Martini Bar

Martini Bar

http://www.expo2015.org/it
http://www.nzz.ch/feuilleton/kunst_architektur/hightech-bienenstock-und-solar-baeume-1.18542955

Italienische Reise #6: Ein Kleinod in Mailand – die Villa Necchi

Etwas versteckt in einer Seitengasse nahe des Corso Venezia in Mailand liegt die wunderschöne Villa Necchi – ein Kleinod aus den 30er-Jahren. Erbaut im Auftrag der Industriellenfamilie Necchi Campiglio vom Architekten Piero Portaluppi ist sie heute in großen Teilen original erhalten.

Villa Necchi, Hauptfassade

Villa Necchi, Hauptfassade

Die Villa wird vom FAI – Fondo Ambiente Italiano verwaltet (und gehört ihm auch), ein Besuch ist leider nur im Rahmen einer Führung möglich. Dabei hört man allerdings auch einiges über die Geschichte der Familie und ihre Mitglieder, über die Kunstsammlung und welche Veränderungen im Laufe der Jahre vorgenommen wurden.

Villa Necchi, Haupteingang

Villa Necchi, Haupteingang

Villa Necchi, Haupteingang

Villa Necchi, Haupteingang

Villa Necchi, Wintergarten

Villa Necchi, Wintergarten

Mich begeistern die Perfektion in den Details an allen Ecken und Enden und die technischen Neuerungen, mit denen das Haus in der ersten Hälfte der 30er-Jahre auf dem neuesten Stand der Zeit ausgestattet wurde.

Villa Necchi, Badezimmerdetails ud Marmorboden

Villa Necchi, Badezimmerdetails und Marmorboden

Villa Necchi, Marmor-WC

Villa Necchi, Marmor-WC

In den Garderoben kann man einen sehr privaten Blick in das Leben der beiden Bewohnerinnen werfen, hier sind die Kleider, Schuhe, Taschen, Pelze etc. noch so aufbewahrt, als würden ihre Besitzerinnen jeden Moment wieder kommen.

Villa Necchi, Garderobe

Villa Necchi, Garderobe

Villa Necchi, Tücher und Handschuhe in der garderobe

Villa Necchi, Tücher und Handschuhe in der Garderobe

Dass die Villa mitten in der Großstadt von einem verwunschenen Garten mit Pool umgeben ist, in den man durch ein ebenfalls bis ins letzte Detail modernes Pförtnerhäuschen tritt, paßt zur Gesamtstimmung.

Villa Necchi, Garten mit Pool und Laubengang

Villa Necchi, Garten mit Pool und Laubengang

Diese Stimmung hat auch Regisseur Luca Guadagnino und seine Hauptdarstellerin Tilda Swinton so bezaubert, dass sie den Film „I Am Love“ (Original „Io sono l‘amore“) in der Villa Necchi spielen ließen.

In den Garten ist der Eintritt frei, einem Espresso oder Aperitivo steht nichts im Wege. Für die Villa inkl. Führung (italienisch oder englisch) ist Eintritt zu bezahlen.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10:00-18:00 Uhr.

Empfehlung: 4*

http://www.visitfai.it/villanecchi/dimora

https://de.wikipedia.org/wiki/Villa_Necchi_Campiglio

https://en.wikipedia.org/wiki/Piero_Portaluppi

http://www.fondoambiente.it/

https://de.wikipedia.org/wiki/I_Am_Love

 

Italienische Reise #3: Bunte Kanaldeckel in Mailands Luxusstraße

Seit 24. Jänner kommt es in der Mailänder Via Napoleone immer wieder zu Fußgängerstaus – Grund dafür sind nicht nur die Auslagen, sondern die 24 Kanaldeckel, die von italienischen Modedesignern gestaltet wurden.

Missoni + Einladung zur Show

Missoni + Einladung zur Show

Die Idee ist nicht ganz neu, 2011 wurde hier bereits eine Openair-Ausstellung auf den Kanaldeckeln geboten. Da heuer die EXPO ansteht, bleiben die Gehsteige bis Jänner 2016 ein Freiluftmuseum.

Via Montenapoleone, Dsquared2  Via Montenapoleone, ETRO

Via Montenapoleone, Justcavalli  Via Montenapoleone, E. Zegna

Via Montenapoleone, Istituto Marangoni  Via Montenapoleone, E. Pucci

Via Montenapoleone, Iceberg  Via Montenapoleone, S. Ferragamo

Via Montenapoleone B. Cucinelli  Via Montenapoleone B. Cucinelli

Teilnehmende Firmen: Giorgio Armani, Just Cavalli, Etro, Missoni, Larusmiani, Laura Biagiotti, Costume National, Moschino, 10 Corso Como, Prada, Trussardi, DSquared2, Versace, Iceberg, Brunello Cucinelli, Hogan, Alberta Ferretti, Valentino, Salvatore Ferragamo, Emilio Pucci, Giuseppe Zanotti Design, Ermenegildo Zegna sowie 2 Studenten der Modeschule Istituto Marangoni.

https://www.comune.milano.it/portale/wps/portal/CDM?WCM_GLOBAL_CONTEXT=/wps/wcm/connect/ContentLibrary/giornale/giornale/tutte+le+notizie+new/politiche+per+il+lavoro+sviluppo+economico+universita+e+ricerca/tombini_art_v_montenapoleone

http://milano.mentelocale.it/63358-milano-tombini-art-moda-si-calpesta-quadrilatero-foto/

Italienische Reise #2: San Maurizio al Monastero Maggiore in Mailand

Bei Fresko und Mailand denkt man in erster Linie an Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl im Refektorium von Santa Maria delle Grazie.

 

Doch in der Kirche San Maurizio befindet sich ein außergewöhnlicher Freskenzyklus aus dem 16. Jahrhundert. Hinter der eher unspektakulären Fassade findet sich ein komplett ausgemalter Kirchenraum und hinter dem Altar ein etwas größerer Raum, der sog. Nonnenaal (von dem aus die Nonnen der Messe beiwohnen konnten), er ebenfalls rund um eine Art Chorgestühl reich freskiert ist. Mehrere Maler waren an der Ausstattung beteiligt, vorrangig Bernardino Luino und sein Sohn Aurelio sowie Paolo Lomazzo.

Arche Noah

Arche Noah

Arche Noah

Arche Noah

Der Eintritt ist gratis (Spende) – unbedingt genügend Zeit einplanen, die Fresken sind sehr detailreich!

Die Stifterin Ippolita Sforza in höfischer Kleidung aus der Mitte des 16. Jahrhunderts Hl. Agnes, Hl. Scholastika und Hl. Katherina v. Alexandrien

Die Stifterin Ippolita Sforza in höfischer Kleidung aus der Mitte des 16. Jahrhunderts
Hl. Agnes, Hl. Scholastika und Hl. Katherina v. Alexandrien

Groteskenmalerei

Groteskenmalerei

Blick zum Altar

Blick zum Altar

S. Caterina (SanMaurizio, Mailand)

S. Caterina (SanMaurizio, Mailand)

 

Empfehlung: 4*

 

http://www.turismo.milano.it/wps/portal/!ut/p/c0/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP0os3hzS0O_QGcLEwMLFzcjA08LAz8TH2cnAwMDI_3g1Dz9gmxHRQCFp8TT/?WCM_GLOBAL_CONTEXT=/en/situr/home/artecultura/architettura/loc542