Maria Theresia + Maria Theresia + Maria Theresia

Der Ausstellungsmarathon im Jubiläumsjahr geht weiter: Maria Theresia von allen Seiten.

Schloss Niederweiden: „Modernisierung und Reformen“

Als Teil der 4 großen Maria-Theresien-Ausstellungen werden im ehemaligen Jagdschloss die Reformen unter Maria Theresia dargestellt, ohne die unser heutiger Staatsapparat nicht vorstellbar wäre. Dazu gehören die Modernisierung der Verwaltung und des Steuerwesens, der Schulen und der Universitäten (z.B. Gründung Lehrschule zur Heilung der Viehkrankheiten, Vorläuferin der Veterinärmedizinischen Universität  Wien). Aber auch ihrem Verhältnis zu den Ideen der Aufklärung wird nachgegangen und wieso die strengkatholische Maria Theresia den Jesuitenorden auflösen ließ. Dazu kommen in Kurzporträts auch die Männer, die die Herrscherin bei diesen Reformen unterstützten, zu Ehren.

Ein rekonstruiertes Klassenzimmer gefällt immer 🙂

Johann Baptist v. Lampi, Porträt von Joseph von Sonnenfels, eines wichtigen Beraters Maria Theresias

Das entzückende barocke Schlösschen mit seinen Chinazimmern und der exotischen Ausgestaltung ist den Besuch auf jeden Fall wert.

Festsaal © SKB

Bis 29.11.2017

Empfehlung: 4*

http://www.mariatheresia2017.at/themen-standorte/schloss-niederweiden/

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Niederweiden

 

Schloss Hof: „Bündnisse und Feindschaften“

Wenige Minuten von Niederweiden entfernt liegt der große Komplex von Schloss Hof, mit dem Schwerpunkt auf Maria Theresias außenpolitischen Erfolgen und Misserfolgen.

Kurator Karl Vocelka

Unbekannter Künstler, Maria Theresia und Franz Stephan als Brautpaar

Gleich zu Beginn ihrer Regierungszeit sah sie sich ja in den österreichischen Erbfolgekriegen mit halb Europa konfrontiert. Nach einem „renversement des alliances“  standen sich im Siebenjährigen Krieg neue Feinde und Verbündete gegenüber. Die langen Kriegsjahre bedeuteten für große Teile der Bevölkerung auch Not und Elend – neben militärischen Siegen und glanzvollen Feldherren bekommt dieser Aspekt in der Ausstellung ebenfalls seinen Raum.

Tausende Soldaten kämpften in den Kriegen des 18. Jahrhunderts – ganz klein am oberen Bildrand in Schlachtaufstellung.

Carl von Blaas, Erste Verleihung des Militär-Maria-Theresien-Ordens 1758 (Entwurf zu den Fresken in der Ruhmeshalle im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum)

Bis 29.11.2017

Empfehlung: 4*

http://www.mariatheresia2017.at/themen-standorte/schloss-hof/

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Hof

 

Unteres Belvedere: „Maria Theresia und die Kunst“

Auch das Belvedere kann Maria Theresias 300. Geburtstag nicht tatenlos vorübergehen lassen und hat kürzlich die Jubiläums-Ausstellung eröffnet. Und hier schließt sich der Kreis zu den vorigen beiden Ausstellungen, denn Maria Theresia hatte Schloss Belvedere  Prinz Eugens Erbin abgekauft und gemeinsam mit ihrem Sohn Joseph II. darin die erste öffentliche Präsentation der kaiserlichen Sammlungen veranlasst.

Friedrich Heinrich Füger, Kaiserin Maria Theresia im Kreise ihrer Kinder, 1776
© Belvedere

Hier geht es rein kunstgeschichtlich zu, aber das soll niemanden abschrecken. Wer sich mit (spät)barocker Kunst etwas schwerer tut, sollte sich einer Führung anschließen – im Idealfall mit dem Kurator Georg Lechner.

Kurator Georg Lechner bei der Eröffnung

Im ersten Raum fühlt man sich zwar gleich etwas erschlagen von einer Fülle an riesigen Herrscherporträts. Allerdings hatte die Porträtmalerei  zu dieser Zeit eine wichtige, hochpolitische Funktion, ebenso wie die Porträtplastik und schließlich auch die Freskenmalerei (die selbst in Kirchen oft dazu diente, den Ruhm des Hauses Habsburg darzustellen). Weiter geht es dann mit Familienporträts, Landschaftsmalerei, den Entwürfen zum Doppelsarkophag in der Kapuzinergruft und Skulpturen. Wirklich gut aufbereitet und beschriftet, sodass es eine Freude ist, durch die Kunstwerke zu spazieren.

Franz Xaver Messerschmidt, Maria Theresia, 1760 © Belvedere

Dass Maria Theresia in Kunstdingen gar nicht so altmodisch war, wie man vielleicht denken würde, kommt in der Ausstellung gut heraus. Zum Teil ist das auch der Tatsache geschuldet, dass aus Geldmangel keine teuren alten Meister angeschafft werden konnten und daher zeitgenössische Künstler beauftragt wurden …

Jean-Baptiste Pillement, aus einer serie von 18 Pastellen für das Schloss Laxenburg

Der Katalog um 34 EUR, der zwar außen flott ausschaut und inhaltlich top ist, innen aber ein unsägliches Layout hat – leider scheint das bei Ausstellungskatalogen immer mehr in Mode zu kommen.

30.06.2017 bis 05.11.2017

Empfehlung: 4*

https://www.belvedere.at/maria-theresia

Ausflug ins Barock: Schloss Hof des Prinzen Eugen

Schloss Hof hat sich in den letzten Jahren ordentlich herausgeputzt! Sehr viel Geld ist in die Restaurierung des stark heruntergekommenen Schlosses an der March geflossen und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Bernardo Bellotto, gen. Canaletto: Ansicht der Gartenseite (1759/60)

Bernardo Bellotto, gen. Canaletto: Ansicht der Gartenseite (1759/60)

Gartenseite: Unter Maria Theresia wurde das obere Stockwerk aufgesetzt.

Gartenseite: Unter Maria Theresia wurde das obere Stockwerk aufgesetzt.

Das Schloss an der Grenze zur Slowakei wurde von Prinz Eugen von Savoyen 1725 erworben und zu einem prächtigen Landsitz im barocken Stil ausgebaut (Architekt Johann Lucas von Hildebrandt). Nach seinem Tod und mehreren Besitzern wurde es Ende des 19. Jahrhunderts dem Heer zugeteilt,  im 2. Weltkrieg von der Wehrmacht genutzt und danach von der Roten Armee – kyrillische Schriftzeichen an den Wänden der Reithalle zeugen davon. Der riesige Gebäudekomplex mit einem der größten barocken Meierhöfe Europas verfiel … Den Anstoß zu einem ersten Renovierungsschub gab schließlich die NÖ Landesausstellung 1986. Seit damals werden das Schloss, die Nebengebäude und die Gärten langsam, aber stetig hergerichtet.

Blick auf die 3. Terrasse mit dem rekonstruierten Broderieparterre

Blick auf die 3. Terrasse mit dem rekonstruierten Broderieparterre

Schloss Hof

Obwohl die Arbeiten heute noch immer nicht fertiggestellt sind (das ganze obere Stockwerk liegt im Dornröschenschlaf), hat man als Besucher wieder einen Eindruck von der ehemaligen Pracht. Vor allem die barocke Bepflanzung wurde in akribischer Archivarbeit rekonstruiert und macht natürlich viel vom Reiz der Anlage aus.

Eine der beiden Orangerien

Eine der beiden Orangerien

Es ist ein wirklich empfehlenswertes Ausflugsziel geworden: Eine gut gemachte Ausstellung erklärt die Geschichte des Bauherrn Prinz Eugen, die verschiedenen Ausbaustufen des Schlosses und das Leben zwischen Barock, Rokoko und Klassizismus. Nutzgärten, Handwerkstuben, eine Schnapsbrennerei, ein Tiergarten und vieles mehr geben Programm für einen ganzen Tag – vor allem  für Kinder sind der Rundgang im Schloss und viele Spezialprogramme auch didaktisch gut aufbereitet.

Schlafzimmer

Schlafzimmer

Festsaal

Festsaal

Heuer als zusätzlicher Tipp: Im nahegelegenen Schloss Niederweiden findet bis 21.11. ein Teil der großen Franz Joseph-Ausstellung statt, „Jagd & Freizeit“.

Und wirklich kitschig wird es, wenn der Mond aufgeht...

Und wirklich kitschig wird es, wenn der Mond aufgeht…

Schloss Hof

https://www.schlosshof.at/

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Hof

https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_von_Savoyen