Schon lustig: Goldonis „Diener zweier Herren“

Ein Verwechslungsstück, in dem totgeglaubte Herren eigentlich Frauen sind, Verwicklungen um Liebespaare, Schuldscheine und heiße Suppen –  „Diener zweier Herren“ vom Venezianer Carlo Goldoni (Uraufführung 1746) ist eine höchst amüsante Komödie, die sich im Burgtheater rasant im Kreise dreht.

Peter Simonischek als Panatlone sieht mit den falschen Zähnen wie in seinem Kinohit "Toni Erdmann" aus, daneben Andrea Wenzl (Beatrice, verkleidet als ihr toter Bruder)

Peter Simonischek als Pantalone sieht mit falschen Zähnen wie in seinem Kinohit „Toni Erdmann“, daneben Andrea Wenzl (Beatrice, verkleidet als ihr toter Bruder)

Mithilfe der Drehbühne wechseln rasch die Schauplätze, zwischen denen Truffaldino, der aus Geldnot bei zwei Herren im Dienst steht, hin und her zischt. In bester Commedia dell’Arte-Manier steigert sich das Tempo im Laufe des Abends, viel (manchmal fast zuviel) Slapstick erfreut das Publikum und die Schauspieler haben sichtlich auch ihren Spaß.

Verwechslungen ...

Verwechslungen …

... bis sich natürlich alles in Wohlgefallen auflöst.

… bis sich natürlich alles in Wohlgefallen auflöst.

Alles in allem ein lustiger Theaterbesuch, wenn man sich unterhalten möchte und keine Lust auf tiefschürfende Problemstücke hat.

Diener zweier Herren

Empfehlung: 2*

http://www.burgtheater.at/Content.Node2/home/spielplan/event_detailansicht.at.php?eventid=966124020

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Diener_zweier_Herren

Teatro Barocco – ein barockes Gesamtkunstwerk im Stift Altenburg

Das Benediktinerkloster Altenburg im niederösterreichischen Waldviertel hat sich in den letzten Jahren einiges einfallen lassen, um Besucher anzulocken: von den vielfältigen, gerade jetzt wunderschön blühenden Gärten bis zu den zeitgemäßen Architekturinterventionen (Jabornegg & Pálffy), von spannenden Ausstellungen bis zum musikalischen Programm.

Teatro Barocco    Teatro Barocco

Heuer bereits in der vierten Saison zeigt „Teatro Barocco“, dass es die perfekte Ergänzung für diesen Ort ist. Intendant Bernd Bienert gräbt jedes Jahr vergessene Stücke aus dem 18. Jahrhundert aus, die in barocker Aufführungstradition in der Bibliothek in Szene gesetzt werden. Und hier stimmt dann wirklich alles, denn Bienert ist ein Visionär und Perfektionist, der besonderen Wert auf die Kostüme, die Gestik, die alten Instrumente legt. Die Stiftsbibliothek ist für sich ein einmaliges Ganzes mit den Fresken von Paul Troger und bildet den idealen Rahmen für die (original nachgebaute) Barockbühne.

Teatro Barocco

Zwei Stücke stehen auf dem Programm, das Melodram „Medea“ von Georg Anton Benda und die lustige Verwechslungsoper „Lo Speziale“ („Der Apotheker“) von Joseph Haydn nach einem Libretto von Carlo Goldoni. Beide sehr unterschiedlich und auf ihre eigene Art reizvoll: „Medea“, das Rachestück, das der Hauptdarstellerin Kira von Zierotin einiges abverlangt, und „Lo Speziale“, ein Verwirrspiel in bester Opera buffa-Manier. Großer Applaus für alle Beteiligten und den Regisseur und Intendanten Bienert!

Medea (Kira von Zierotin) © Barbara Pálffy

Medea (Kira von Zierotin) © Barbara Pálffy

Lo Speziale (Peter Widholz, Barbara Angermaier) © Barbara Pálffy

Lo Speziale (Peter Widholz, Barbara Angermaier) © Barbara Pálffy

Einige Tipps:
• Ein Bus führt die Besucher bequem von der Staatsoper nach Altenburg und nach der Vorstellung wieder zurück. Der Fahrplan ist auf die ug. Aktivitäten abgestimmt.
• Mit dem Opernticket kann auch das Stift im Rahmen einer Führung besichtigt werden, ebenso die Gärten.
• Unbedingt den Einführungsvortrag besuchen (ist im Preis in begriffen) – so versteht man die barocke Aufführungstradition viel besser!
• In der Bibliothek kann es kühl werden, also auch bei sommerlicher Hitze eine Jacke mitnehmen.

Weitere Vorstellungen: 03., 04., 11., 12., 17., 18., 24., 25. und 26.07.2015, jeweils um 19:30.

Empfehlung: 4*

http://www.stift-altenburg.at/

https://de.wikipedia.org/wiki/Stift_Altenburg

http://www.teatrobarocco.com/