Zwei Musik-Tipps für den Sommer in Wien: Das Popmuseum im Wien Museum und Klassikkonzerte im MuseumsQuartier

Popmuseum mit Wolfgang Kos

Das Popmuseum kehrt zurück! Es ist ein legendäres Museum, das nie ein festes Gebäude hatte, sondern seine Schätze stets „on air“ ausstellte. Die Linie war für den ehemaligen Wien Museum-Direktor Wolfgang Kos immer klar: keine Oldies Revue, sondern Klassiker und Raritäten im kulturgeschichtlichen Kontext, Pop, Rock, Folk, Blues etc. als Radiofeuilleton.

© Sabine Hauswirth

© Sabine Hauswirth

Nach längerer Pause ist die 1974 gestartete Ö3-Sendung zurück im Radio – diesmal als Sommerserie auf Ö1, ab 3. Juli jeweils sonntags von 13:10 bis 14 Uhr. Die erste der insgesamt zehn „Musikausstellungen“ wird live aus dem Wien Museum gesendet.

Sonntag, 3. Juli 2016, 12:45 Uhr
Wien Museum Karlsplatz

Eintritt frei!
Um Anmeldung wird gebeten
Aufgrund der Liveübertragung bitte pünktlich erscheinen!

(Text Wien Museum)

 

Klassikkonzerte im MuseumsQuartier Wien

In Zusammenarbeit mit der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Orpheus sowie Grafenegg erweitert das MuseumsQuartier sein Musikprogramm um eine klassische Komponente und bietet im Juli und August Klassikkonzerte im MQ Haupthof. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.

© Hertha Hurnaus

© Hertha Hurnaus

Zum Auftakt präsentieren sich am 13. Juli, 20h beim „Chamber Open Air“ Studierende der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien mit einer bunten musikalischen Auswahl. Das „Sonus – Saxophonquartett“, eines der zur Zeit aufregendsten Kammermusikensembles Österreichs, lässt Werke der Klassik in neuem, unerwarteten Glanz erstrahlen. Zu hören sein werden Werke von Edvard Grieg und George Gershwin.

Mozart, Respighi und Tschaikowsky stehen am 05. August, 20.30h beim Open-Air Konzert von „Camerata Orphica“ und Mario Hossen im Rahmen des Festivals „Orpheus in Wien“ auf dem Programm. Dieses internationale Kammer- und Symphonieorchester wurde 2007 vom österreichisch-bulgarischen Violin-Virtuosen Mario Hossen gegründet. Es besteht aus jungen MusikerInnen aus Österreich, Bulgarien sowie der Donauregion, die vielfach bereits bei nationalen und internationalen Musikwettbewerben ausgezeichnet wurden. Die „Camerata Orphica“ reist ganzjährig um den Globus und begeistert ihr Publikum mit virtuosen Klängen.

Musiktalente aus ganz Europa hautnah erleben kann man auch am 08. August, 19h beim „KLASSIK-CLOSE UP@MUSEUMSQUARTIER“, im Rahmen dessen Grafenegg das „European Union Youth Orchestra“ präsentiert. Das „KLASSIK-CLOSE UP@MUSEUMSQUARTIER“ ist Teil des „European Music Campus“, der als Ergebnis der kontinuierlichen Zusammenarbeit von Grafenegg und dem „European Union Youth Orchestra“ (EUYO) von 22. Juli bis 08. August mit zahlreichen musikalischen Aktivitäten in und um Grafenegg stattfindet. Der „European Music Campus“ hat das Ziel, die Entwicklung von jungen MusikerInnen und die aktive Teilhabe des Publikums zu fördern.

Den Abschluss macht am Sonntag 28. August, 16h der Ausklang der „isa16“, der internationalen Sommerakademie der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Jungstars der isa aus aller Welt verwandeln das MQ in einen Konzertsaal unter freiem Himmel. Mit Werken von Bach bis zur Gegenwart ziehen die jungen professionellen SolistInnen und Ensembles unter dem Motto „Summer, Sounds und Studierende“ alle Register!

(APA)

Welches Wien Museum braucht Wien? Diskussion mit Matti Bunzl

Gestern fand der erste inhaltliche Auftritt von Matti Bunzl als designierter Direktor des Wien Museum statt. Er tritt die Stelle im Hebst 2015 an, wenn Wolfgang Kos in Pension geht. Seine Bestellung ist noch immer ein Rätsel: Nämlich wie es gelungen ist, einen anerkannten Fachmann zu gewinnen, mit dem alle Parteien einverstanden sind und das ohne die üblichen Machenschaften in der Wiener Kulturpolitik.

Diskussion Matti Bunzl, Begrüßung Gerald Bast

Diskussion Matti Bunzl, Begrüßung Gerald Bast

Die Veranstaltung wurde von der Universität für angewandte Kunst organisiert, und dieser Einstieg mag programmatisch für die zukünftige Arbeit von Bunzl sein: Er möchte nicht nur die Kooperation mit der Angewandten und anderen wissenschaftlichen Institutionen intensivieren, sondern sieht sich selbst sowohl als Wissenschaftler (Anthropologe, Kulturethnologe, Feldforscher) als auch als Manager. In dieser Funktion wird seine Aufgabe sein, seinem Team die nötigen Voraussetzungen (v.a. auch wirtschaftlich) zu schaffen, um einen moderne Museumsalltag zu gewährleisten.

Angesprochen auf seine Vision, das Wien Museum auch als „Labor der Zivilgesellschaft“ zu etablieren, fordert er offensiv diverse Einrichtungen und Gruppen auf, sich an der Neupositionierung des Museums zu beteiligen und sich für ein „Wien der Zukunft“ einzubringen. Das Motto ist „Weg vom Ausstellen – hin zum Herstellen“. Als erste Wechselausstellung schwebt ihm so etwas wie „Wien 2050“ vor, also wohin sich Wien entwickeln kann, soll, muss.

Die leider schlechte, stotternde Moderatorin brachte die Idee auf, die Dauerausstellung abzuschaffen – hier wurde sie glücklicherweise von Bunzl in die Schranken gewiesen. Ein Stadtmuseum hat natürlich auch einen didaktischen Auftrag, muss einen Gesamtüberblick geben und kann viele interessante Objekte (wie z.B. die Stadtmodelle) nicht nur temporär zeigen.

Von mir gefragt, ob er nicht Angst hat, dass er in erster Linie wegen seines großen Erfolgs im Aufstellen von Sponsorgeldern in der Vergangenheit (in den USA) geholt wurde und sich die öffentliche Hand in Kürze abputzen wird, konnte er mit finanziellen Zusagen der Stadt kontern. Wir werden sehen, ob es dabei bleibt, v.a. da ja auch der Neubau/Zubau und die Umgestaltung des gesamten Museums anstehen.

Auf jeden Fall schaut es so aus, als würde die von Wolfgang Kos begonnene Positionierung des Wien Museums weiter voranschreiten und von Matti Bunzl in die richtige Richtung gelenkt werden.

http://www.wienmuseum.at/de/ueber-uns/unser-leitbild.html